Gutes aus dem Netzwerk
Starke Kinder - chancenreich in Ludwigsburg
Rückblick landesweites Vernetzungstreffen
Podcast mit Gabriela Feiert
In der Podcast-Folge "#194 – Armutssensibel in der Kita" spricht Gabriela Feiert über die Bedeutung eines sensiblen Umgangs mit Armut in Kindertageseinrichtungen.
Sie erklärt, warum das Thema oft tabuisiert wird und wie Fachkräfte Armut erkennen und betroffene Familien unterstützen können – etwa durch praktische Hilfen und eine wertschätzende Haltung. Feiert betont, dass Armutssensibilität bedeutet, Kinder und Eltern nicht zu stigmatisieren, sondern Chancengleichheit zu fördern. Ergänzend empfiehlt sie Bücher und Webseiten für vertiefende Informationen.
Mach dich stark Tage 2025 Ludwigsburg
Wir waren dabei, bei der landesweiten Aktionswoche „Mach Dich stark Tage“ vom 17.11. bis 20.11.25.
Das Präventionsnetzwerk Starke Kinder - chancenreich hat in Kooperation mit vielen Mitstreiter*innen auf Kinderarmut aufmerksam gemacht.
Los ging es mit duftendem Popcorn bei der Marktplatzaktion, um auf die Veranstaltungen und das Thema der Woche aufmerksam zu machen.
Am 17.11. haben rund 80 Personen an der Gedankengänge Veranstaltung „Bildung und Armut in der Kindheit“ teilgenommen.
Nach einem eindrücklichen Impulsvortrag fand anschließend ein angeregter Podiumsaustausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis statt. Die zahlreichen Zuhörer wurden digital den Austausch mit einbezogen und konnten nach dem informativen Teil auf der Bühne noch individuell in den Austausch mit den anwesenden Akteuren unterschiedlicher Institutionen beim Gallery Walk gehen.
Am 18.11. wurde die Ausstellung „Wohnen und Armut“ eröffnet.
Noch bis zum 11. Dezember 2025 stellt die Kunstschule Labyrinth in Kooperation mit dem Kunstkurs der Oberstufe des Friedrich-Schiller-Gymnasiums die künstlerischen Ergebnisse im Kulturzentrum aus.
Am 19.11. fand in der Stadtbibliothek die bewegende Lesung von Undine Zimmer aus ihrem Buch „Nicht von schlechten Eltern – Meine Hartz-IV-Familie“ statt.
Am 20.11. konnten Schüler*innen der Klassenstufen 3 und 4, aus insgesamt 11 Klassen das interaktive Präventionstheater „tierisch gut“ von Q-Rage erleben. Im Nachgang werden die einzelnen Klassen in Workshops den Mehrwert von Vielfalt in Gruppen weiter vertiefen.
Aufgrund der großen Nachfrage findet ein weiterer Termin am 15.12.2025 statt.
Den krönenden Abschluss der diesjährigen „Mach Dich stark Tage“ machte der Laternenlauf „Licht an für die Kinderrechte“.
Mehr als 350 Kinder mit ihren Familien haben teilgenommen, um in der Gemeinschaft ein Zeichen zu setzen.
Hier der Beitrag von regioTV
Vielen Dank an alle Mitstreiter*innen die an der Planung, Organisation und Durchführung beteiligt waren, und geholfen haben dieses vielfältige Programm aufzustellen.
Ein besonderer Dank geht an die Spender*innen die die Woche ermöglicht und bereichert haben: Bäckereien Trölsch und Lutz, Rotary Club Ludwigsburg Alt-Württemberg, Fonds Jugend, Bildung, Zukunft.
Ein weiterer Dank geht an die Kinos Caligari und Luna, und die Bäckereien Luckscheiter und Lutz, die die Woche beworben und auf das Thema aufmerksam gemacht haben.
Schwimmkurs für Kinder aus einer Obdachlosenunterkunft
Einfach mal zum Schwimmen lernen ins Hallenbad? Wir arbeiten dran, dass alle Kinder Schwimmen können!
Acht Kinder zwischen drei und zwölf Jahren aus einer Obdachlosenunterkunft in Ludwigsburg konnten durch Spendengelder einen Schwimmkurs besuchen.
Schwimmen lernen ist wichtig für die Sicherheit der Kinder, um Badeunfälle zu verhindern. Die Kinder sind auch stolz auf das Gelernte, können dabei ihre Koordination stärken und neue Kontakte knüpfen
Finanziert wurde der Schwimmkurs aus Spendengeldern der „Mach dich stark-Woche“ im November 2024 im Rahmen der Kunstausstellung zum Thema Kinderarmut in der Stadtbibliothek Ludwigsburg.
Schüler spenden für Kinder in Notlagen
Schüler aus der Jahrgangsstufe 7 des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) hatten einen Spendenscheck in Höhe von 138 Euro an die Geschäftsführerin der Kinderstiftung Springinsfeld, Anja Zeller, übergeben. Die Stiftung setzt sich für Kinder in Notlagen im Landkreis Ludwigsburg ein, indem sie ihnen die Teilhabe an Sport, Kultur und Bildung ermöglicht.
Im Ethikunterricht der siebten Klassen des OHG fand ein Projekt zu den 17 Nachhaltigkeitszielen statt. Eine Gruppe von fünf Jungs wählte das Nachhaltigkeitsziel „Keine Armut“ zur Bearbeitung aus. Dafür sammelten sie gut erhaltene Kinderkleidung und verkauften sie beim Ludwigsburger Kinderfest. „Wir wollten nicht nur anderen Kindern helfen, sondern auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen“, erklären die Schüler. „Jede Spende, jeder Kauf und jede Unterstützung trägt dazu bei, Ressourcen zu schonen und Kindern in Not zu helfen.“ Unterstützung bei der Planung und Organisation erhielten sie von Gabriela Feiert, Koordinatorin des Ludwigsburger Präventionsnetzwerks „Starke Kinder chancenreich“, das sich gegen Kinderarmut einsetzt.
„Ich freue mich sehr über das Engagement und die Kreativität der Jugendlichen. Sie tragen mit ihrer Spende dazu bei, das Leben von Kindern positiv zu verändern“, so Feiert. „Jeder Beitrag macht einen Unterschied.“
Kunstausstellung 2024 in der Kinderbücherei der Stadtbibliothek
Im Rahmen der Mach-dich-stark-Tage fand eine Kunstausstellung statt. Zu sehen waren farbstarke Arbeiten von 28 Kindern der Kunstschule Labyrinth aus den Jahreskursen Bildende Kunst unter der Leitung von Frau Javiera Advis. Die Veranstaltung fand in der Kinderbücherei in Ludwigsburg statt.
Die gut besuchte Ausstellung wurde von der Ersten Bürgermeisterin, Frau Renate Schmetz eröffnet und regte die Besucher dazu an, sich intensiver mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.
Die Künstler*innen wurden gewürdigt und erhielten als Dankeschön eine Geschenktasche.
Hallo Baby – Willkommensbesuche in Ludwigsburg: Weiterentwicklung durch Netzwerkarbeit
In Ludwigsburg gibt es schon lange das Angebot „Hallo Baby“. Bei einem Willkommensbesuch erhalten Familien viele Infos für die ersten Lebensmonate des Kindes. Das Angebot wurde nun genauer angeschaut.
Ziel: Wir wollen mehr Familien erreichen. In einem Netzwerktreffen wurden daher Ideen gesammelt. Das Angebot konnte dadurch weiterentwickelt werden. Ein wichtiger Beitrag, um die Erreichbarkeit von Familien zu verbessern und deren Bedürfnissen gerecht zu werden.
Mehr über die Hallo-Baby-Besuche finden Sie hier:
kostenlose Nahrungsmittel und Getränke für Kinder in städtischen Kindertageseinrichtungen
- Während der gesamten Betreuungszeit werden Leitungswasser und/oder ungesüßter Tee als Getränke zur Verfügung gestellt.
- Am Vormittag wird, zusätzlich zum mitgebrachten Vesper, ein Frühstückssnack angeboten. Am Nachmittag wird für die Kinder ein Nachmittagssnack bereitgestellt, beispielsweise Obst/Rohkost.
- Bei Geburtstagen entscheidet jede Kitaeinrichtung, in welcher Form mit den Kindern gefeiert wird, und besorgt alle die dafür notwendigen Lebensmittel und Gegenstände selbst. Die Eltern sollen dementsprechend nichts mitbringen.
Das hier genannte Verpflegungsangebot ist der Standard, der ab dem Kindergartenjahr 2024/2025 in allen städtischen Kindertageseinrichtungen für die Kinder zur Verfügung gestellt werden muss. Darüber hinaus können die Kitas weitere oder zusätzliche Lebensmittel anbieten.
Es ist uns wichtig, dass die Verpflegung in der Kita für alle Kinder im Elternbeitrag enthalten ist. Jedes Kind soll unabhängig von den finanziellen Verhältnissen seiner Eltern Zugang dazu haben. Aus diesem Grund möchten wir besonders darauf hinweisen, dass ab dem Kindergartenjahr 2024/2025 für Lebensmittel oder Getränke kein Geld von Eltern mehr eingesammelt werden darf. Darunter fällt auch das Sammeln von Frühstücks- beziehungsweise Getränkegeld durch die Elternvertretungen und Fördervereine.
Wir möchten künftig vermeiden, dass einzelne Familien Zeit und Geld investieren, um Geburtstagskuchen oder kleine Geschenke mit in die Kita zu bringen. Auch hier ist uns der positive Gedanke an sich bewusst. Trotzdem kann das dazu führen, dass sich andere Eltern unter Druck gesetzt fühlen, am Geburtstag ihres eigenen Kindes ebenfalls zu backen oder einzukaufen, obwohl es ihnen eigentlich nicht möglich ist.
Auftaktveranstaltungen 2024
Die Landesstrategie gegen Kinderarmut setzt sich mit Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Kinderarmut auseinander. In Ludwigsburg wird diese Strategie durch konkrete Projekte umgesetzt. Auftaktveranstaltungen dienten der Vernetzung und dem Austausch relevanter Akteure. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen ein. Aufbauend auf den Ergebnissen der Auftaktveranstaltungen wurden neue Ansätze und Entwicklungsziele formuliert. Eine Übersicht der Teilnehmenden gibt einen Überblick über die beteiligten Akteure und Institutionen.
Nachfolgend finden Sie hier die Dokumentation der Auftaktveranstaltungen in Eglosheim, Grünbühl-Sonnenberg, Oststadt und Stadtmitte.
Information zur Landesstrategie gegen Kinderarmut
Die Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut sind wichtige kommunale Aufgaben. Die Zielsetzung dabei ist, dass jedes Kind die gleichen Chancen der Teilhabe und des Wohlergehens unabhängig von seiner sozialen Herkunft oder der ökonomischen Situation seiner Eltern hat.
In der Regel bestehen in Kommunen bereits eine Reihe von Angeboten, die diese Zielsetzung aufgreifen. Sie sind bei verschiedenen Trägern angesiedelt, werden unterschiedlich finanziert und basieren auf verschiedenen Rechtsgrundlagen. Diese Einzelmaßnahmen sind zumeist nicht aufeinander abgestimmt, was zu Doppelungen und Lücken im Gesamtangebot führen kann.
Ziel eines Präventionsnetzwerks ist es, die Unübersichtlichkeit der Angebotslandschaft zu überwinden und eine integrierte kommunale Gesamtinfrastruktur im Hinblick auf Armutsprävention zu schaffen und weiterzuentwickeln. Die vorhandenen Angebote, Strukturen, Netzwerke und Institutionen, die bisher im Themenfeld nebeneinander bestehen bzw. arbeiten, werden mit dem Ziel einer abgestimmten Strategie zur Armutsprävention zu einer sinnvollen Gesamtstruktur zusammengeführt.
Durch diese integrierte kommunale Strategie zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut werden die infrastrukturellen Voraussetzungen in der Kommune geschaffen, dass sich Armutsgefährdung im Kindesalter möglichst nicht nachteilig auf die Teilhabechancen im gesamten weiteren Leben auswirkt.
In Baden-Württemberg ist jedes fünfte Kind armutsgefährdet. Das bedeutet, dass es in einer Familie lebt, in der im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung ein zu geringes Einkommen zur Verfügung steht. Das kann erhebliche und lebenslange Auswirkungen auf die Teilhabechancen der betroffenen Jungen und Mädchen haben.
Das darf nicht sein!
Deshalb stellt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg seit knapp zehn Jahren Mittel des Landeshaushalts für den Aufbau, die Weiterentwicklung und neuerdings auch die Verstetigung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut zur Verfügung.
Ziel eines Präventionsnetzwerks gegen Kinderarmut ist es, eine integrierte kommunale Strategie zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut zu entwickeln. Bis zum Jahr 2030 sollen solche Netzwerke flächendeckend in allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg etabliert sein.
(Quelle: https://www.starkekinder-bw.de/, abgerufen am 28.08.2024)
Information zur Projektumsetzung in Ludwigsburg
Um allen Kindern in Ludwigsburg möglichst gleiche Chancen auf ein gesundes Aufwachsen sowie Bildung und Teilhabe zu ermöglichen, ist es notwendig, die Bedürfnisse von Kindern, ihren Familien und den Fachkräften in der eigenen Kommune zu kennen. Aus diesem Grund hat sich die Stadt entschieden, dem Förderaufruf nachzugehen und den entsprechenden Antrag zu stellen.
Das Projekt wird seit 15.12.2022 aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat, finanziell gefördert. Die neu geschaffene Stelle der Koordination für Präventionsnetzwerke ist in der Stadt Ludwigsburg im Fachbereich Bildung und Familie angesiedelt.
Die für das Projekt gegründete Steuerungsgruppe, die auf der Metaebene beratend und unterstützend die Arbeit der Präventionsnetzwerke unterstützt, setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Vorsitzende der Steuerungsgruppe
- Frau Renate Schmetz, Erste Bürgermeisterin
Mitglieder der Steuerungsgruppe
- Frau Anja Beckmann, Leiterin des Jugendamtes im Landratsamt Ludwigsburg
- Herr Martin Strecker, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Ludwigsburg, als Vertreter der LIGA der freien Wohlfahrtsverbände
- Herr Raphael Dahler, Leiter des Fachbereichs Gesellschaftliche Teilhabe, Soziales und Sport
- Herr Daniel Wittmann, Leiter des Fachbereichs Bildung und Familie
- Frau Gabriela Feiert, Koordinatorin der Präventionsnetzwerke
Um einen guten Aufbau des Projekts zu erreichen, hat sich die Steuerungsgruppe zunächst für
den Fokus auf die Familien mit Kindern im Alter von 0–6 Jahren für die erste Projektlaufzeit
entschieden. Weiterführend werden die nächsten Lebensphasen ergänzt.
Der Schwerpunkt liegt auf den Stadtteilen Grünbühl-Sonnenberg, Eglosheim, Mitte und
Oststadt. Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Stadtteilen kommen der gesamten Stadt zugute
und können entsprechend genutzt bzw. adaptiert werden.
Auftaktveranstaltungen
Im März 2024 fanden in den Stadtteilen Oststadt am 05.03., Eglosheim am 07.03., Grünbühl-Sonnenberg am 12.03. und Mitte am 19.03. die Auftaktveranstaltungen statt.
Eingeladen wurden Akteur*innen aus Institutionen verschiedener Träger in Ludwigsburg, die ihre Angebote in den Stadtteilen anbieten oder ihren Sitz in den Stadtteilen haben.
Das waren Mitarbeitende aus Kindertageseinrichtungen, Kinder- und Familienzentren, Beratungs- und Begleitungsinstitutionen, Unterstützungsinstitutionen, Behörden, Vereinen, Bildungsinstitutionen, Projekten etc.
Ablauf der Veranstaltungen
- Ankommen: Die Teilnehmenden hatten ausreichend Zeit, den Satz "Kinderarmut ist..." zu vervollständigen und sich auf den Vormittag einzustimmen
- Begrüßung: Die Moderatorin, Frau Gamsjäger, heißt die Teilnehmenden willkommen.
- Einleitung in das Thema: Die Erste Bürgermeisterin, Frau Schmetz, leitet das Thema ein und präsentiert die vervollständigten Sätze der Teilnehmenden zu "Kinderarmut ist..."
- Vortrag: Frau Schmetz berichtet über Ludwigsburg und präsentiert Zahlen sowie Auffälligkeiten aus dem Sozialdatenatlas und Bildungsdatenatlas.
https://www.ludwigsburg.de/start/rathaus+und+service/statistik+und+einwohnerzahlen.html - Kleingruppenarbeit: Austausch zu folgenden Fragestellungen: Woran kann ich meinem Stadtteil feststellen, dass die Werte des Sozialdatenatlas zutreffen? was hat mich aus dem Sozialdatenatlas überrascht oder erschrocken?
Anschließend erfolgt ein Austausch über die Erkenntnisse im Plenum. - Vorstellung der Begründung: Ein Mitglied der Steuerungsgruppe erläutert die Gründe für die Teilnahme am Projekt.
- Vorstellung der Koordinatorin: Die Koordinatorin für die Präventionsnetzwerke, Frau Feiert, stellt sich vor und präsentiert die Ziele für Ludwigsburg.
- Kreativer Beitrag: Der Künstler Gyan von Lubu Beatz präsentiert seinen Rap-Song, gefolgt von einer Frage- und Austauschrunde.
- Kleingruppenarbeit: Austausch über Bedarfe und deren Sammlung: Was brauchen Ihre Kinder? Was benötigt Ihr Stadtteil, um den Folgen von Armut entgegenzuwirken?
- Vorstellung der gesammelten Bedarfe: Im Plenum werden gesammelte Bedarfe vorgestellt. Zudem erfolgten eine Sammlung und Präsentation vorhandener Angebote im Stadtteil für die definierten Bedarfe, mit Austausch und Diskurs.
- Abschlussfrage: Ist ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut notwendig?
- Abschluss: Ausblick auf Verabschiedung der Teilnehmenden durch die Moderatorin, Frau Gamsjäger.
Erkenntnisse und Ergebnisse
Jeder Stadtteil verfügt über individuelle Strukturen und Gegebenheiten.
Die bestehenden Netzwerke in Eglosheim und Grünbühl-Sonnenberg treffen sich regelmäßig, um sich auszutauschen, jedoch nicht, um das Thema Kinderarmut zu bearbeiten.
In der Oststadt existieren zwei nebeneinanderstehende Netzwerke, die nicht zusammenkommen und auch nicht thematisch kooperieren. Derzeit fehlt ein übergreifendes Netzwerk, das sich mit dem Thema Kinderarmut auseinandersetzt. Zudem sind einige Institutionen in den bestehenden Netzwerken nicht vertreten.
In Mitte gibt es kein aktives Netzwerk, das sich mit dem Stadtteil identifiziert und dessen spezifische Bedürfnisse berücksichtigt. Hier muss ein Netzwerk aufgebaut werden.
Es gibt viele Angebote, die jedoch nicht ausreichend bekannt sind und daher von den Zielgruppen nicht erreicht werden.
Anhand der gesammelten Angebote werden Präventionsketten visualisiert, die als Grundlage für die Reflexion und Weiterentwicklung der Angebote dienen sollen. Durch die Visualisierung sollen die Übergänge zwischen den einzelnen Angeboten betrachtet und gegebenenfalls optimiert werden. Lücken oder Doppelungen der Angebote sollen sichtbar gemacht werden, um diese zu schließen oder zu verändern. Durch die Arbeit mit den visualisierten Präventionsketten im Netzwerk können die Zugänge zu den Angeboten durch die Netzwerkmitglieder verbessert werden (Brücken und Übergänge schaffen).
In allen Stadtteilen wurde der Bedarf der niederschwelligen Beratung zu bestehenden Angeboten in Form von Lots*innen und aufsuchender Arbeit benannt.
Es werden weitere Treffen der Präventionsnetzwerke stattfinden, um an den Ergebnissen anzuknüpfen und im Austausch zu bleiben und um an den Rahmenbedingungen für ein gesundes, chancengleiches Aufwachsen der Kinder in den Stadtteilen zu arbeiten.
Was hat sich aus den Auftaktveranstaltungen entwickelt?
Mit den Auftaktveranstaltungen konnte das Projekt „Starke Kinder – chancenreich in Ludwigsburg“ erfolgreich vorgestellt und auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Nach diesen gelungenen Veranstaltungen haben sich neue Vernetzungen ergeben und bestehende Kooperationen wurden intensiviert.
Im Stadtteilzentrum Eglosheim wird seit Mitte 2024 jeden Mittwochvormittag ein Eltern-Café angeboten. Hier haben Eltern mit Kleinkindern die Möglichkeit, sich zu treffen, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Sie können in Ruhe und kostengünstig Kaffee genießen, während die Kinder im Nebenraum betreut werden. Essen kann selbst mitgebracht werden. Das Stadtteilzentrum stellt den Raum zur Verfügung und übernimmt die Aufgaben in der Küche. Die KiFa-Mentorinnen fungieren als Gastgeberinnen und betreuen die Kinder. Gemeinsam wird für das Café geworben und bei dieser Gelegenheit können niederschwellige Informationen zu verschiedenen Angeboten und Themen weitergegeben werden.
In Kooperation mit der Familienkasse der Arbeitsagentur Ludwigsburg fand im Oktober ein Informationsabend zum Thema Kinderzuschlag für die Elternbeirat*innen aller Kindertageseinrichtungen sowie Grund- und weiterführenden Schulen statt. Ziel der Veranstaltung war es, die Elternbeirat*innen als Multiplikator*innen für das Thema zu gewinnen, um alle Familien in Ludwigsburger Einrichtungen und Schulen zu erreichen.
Die Projektleitung des Projekts KiFa und eine Mitarbeiterin der Stelle für Chancengleichheit des Jobcenters planen ein gemeinsames Angebot für Mütter.
Im November hat sich Ludwigsburg erstmalig an den landesweiten „Mach Dich stark Tagen“ beteiligt. Diese gelungene Aktion wurde in Zusammenarbeit mit der Caritas, der Stiftung Springinsfeld, der Diakonie, dem Kinderschutzbund Ludwigsburg, der Kunstschule Labyrinth und der Ludwigsburger Obdachlosenunterkunft fair Familien geplant, vorbereitet, finanziert und durchgeführt.
Die bestehenden Vernetzungen und Kontakte innerhalb des Präventionsnetzwerks „Starke Kinder – chancenreich in Ludwigsburg“ waren hilfreich und gewinnbringend für die Mitgestaltung der Planung der Veranstaltung „Kinderarmut – was tut Not“, die im Dezember stattfand.
Was wollen wir entwickeln?
In Ludwigsburg gibt es bereits zahlreiche Hilfsangebote für Familien, die von Armut oder sozialer Benachteiligung betroffen oder bedroht sind. Viele dieser Familien haben jedoch bisher wenig passende Hilfe erfahren oder wissen nicht, wo und wie sie Unterstützung finden können. Dadurch fühlen sie sich oft mit ihren Anliegen alleingelassen. Informationsmaterialien, Internetplattformen und Veranstaltungen erreichen häufig genau diese Zielgruppe nicht.
Bei den Auftaktveranstaltungen „Starke Kinder – chancenreich in Ludwigsburg“ wurde deutlich, dass die Hilfesysteme den Stakeholdern bekannt sind, jedoch die betroffenen Familien nur bedingt erreichen. Es zeigte sich, dass Eltern über die bestehenden Einrichtungen nicht immer angesprochen werden können. Daher entstand die Überlegung, Informationen an Spielplätzen und anderen Orten der Begegnung bereitzustellen, die von Familien frequentiert werden.
Mit unserer Projektidee „Sandkastenfreunde“ möchten wir auf niedrigschwellige Weise die Möglichkeit schaffen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, sie kennenzulernen und ihnen bei Bedarf nützliche Informationen und Kontakte für ihre Anliegen weiterzugeben. Spielplätze und bestehende Begegnungsangebote (wie Eltern- und Familientreffs oder Sprachtreffs) bieten sich hierfür besonders an, da sich Familien dort häufig aufhalten und über Spiel und Spaß ungezwungene Gesprächsanlässe entstehen können.
Die Idee ist, Ehrenamtliche zu gewinnen, die diese Aufgabe übernehmen. Die „Sandkastenfreunde“ sollen mittelfristig ein aufsuchendes Lotsennetzwerk bilden, das bei Erfolg auch auf andere wichtige Knotenpunkte für Familien in Ludwigsburg ausgeweitet werden kann – wie beispielsweise Supermärkte, Tafelläden oder Kinderärzte.
Vor ihrem „Sandkasteneinsatz“ werden die Ehrenamtlichen in aufsuchender sozialpädagogischer Arbeit und der Ludwigsburger Hilfslandschaft geschult. Sie erhalten zudem ein Tablet, mit dem sie gemeinsam mit den Familien Informationen recherchieren, hilfreiche Websites aufrufen, Kontakte und Ansprechpersonen finden und bei Bedarf Gesprochenes und Geschriebenes kurzfristig übersetzen können.
Eine wichtige Grundvoraussetzung für dieses neue Angebot ist, dass es allen Familien, Kindern und Jugendlichen offensteht, während es gleichzeitig besonders betroffene und gefährdete Gruppen anspricht. So sollen Stigmatisierungen vermieden und der Kontakt zwischen Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation gefördert werden.
Träger des Netzwerks ist das Präventionsnetzwerk „Starke Kinder – chancenreich in Ludwigsburg“, dessen Mitglieder die LIGA der Wohlfahrtspflege, der Landkreis Ludwigsburg und die Stadt Ludwigsburg sind. Die Koordination des Projekts liegt bei der Stadt Ludwigsburg.
Übersicht der Teilnehmenden
Stadtteil Oststadt am 05.03.2024
- STADT LUDWIGSBURG KINDERSCHUTZ
- STADT LUDWIGSBURG
- KINDER- UND FAMILIENZENTRUM
- KINDERSCHUTZBUND ORTS- UND KREISVERBAND LUDWIGSBURG E.V.
- STADTBIBLIOTHEK
- SOZIALBERATUNG E.V.
- TAGESGRUPPE KARLSHÖHE LUDWIGSBURG
- ALLGEMEINER SOZIALER DIENST - JUGENDAMT
- LEITUNG DES JUGENDAMTES
Stadtteil Eglosheim am 07.03.2024
- STADT LUDWIGSBURG KIFA
- KATHOLISCHES KINDER- UND FAMILIENZENTRUM
- KITA KREUZÄCKER
- STADTTEILZENTRUM EGLOSHEIM
- JOBCENTER LUDWIGSBURG
- VEREIN SKV EGLOSHEIM
- AWO LUDWIGSBURG GGMBH
- STADTBIBLIOTHEK
- GESUNDHEITSAMT LUDWIGSBURG
- LUBU BEATZ
- KREISDIAKONIEVERBAND LUDWIGSBURG
Stadtteil Grünbühl-Sonnenberg am 12.03.2024
- STADT LUDWIGSBURG MGH
- STADT LUDWIGSBURG - KIFA
- STADT LUDWIGSBURG - KINDERSCHUTZ
- KINDER UND FAMILIENZENTRUM
- EVANGELISCHE MARTINSKIRCHE GRÜNBÜHL-SONNENBERG
- AWO LUDWIGSBURG GGMB-FLÜCHTLICHGSSOZIALARBEIT
- KATHOLISCHE KIRCHE LUDWIGSBURG
- AWO KINDERHAUS
- PROJEKT KOMLAB / SPRACHSCHULE DEUTSCH RICHTIG
- STADTBIBLIOTHEK
- PROJEKT RAUPE
- LANDRATSAMT LUDWIGSBURG
Stadtteil Mitte am 19.03.2024
- EVANGELISCHE KINDERGARTEN
- EVANGELISCHE FAMILIENBILDUNG LUDWIGSBURG
- KREISDIAKONIEVERBAND LUDWIGSBURG / PROJEKT TAF
- CARITAS; KINDERSTIFTUNG SPRINGINSFELD
- AWO KINDERHAUS
- EVANGELISCHE JUNGENDHILFE IM LANDKREIS LUDWIGSBURG E.V.
- FACHSTELLE FRÜHE HILFEN
- KREISDIAKONIEVERBAND LUDWIGSBURG
- JUSTINE HEBAMMENZENTRUM
- FAMILIENKASSE BADEN-WÜRTTEMBERG OST
- KATHOLISCHE KIRCHE LUDWIGSBURG
- JUGENDHILFE KARLSHÖHE LUDWIGSBURG
- STADTBIBLIOTHEK
- ASD-JUGENDAMT
- KINDER UND FAMILIENZENTRUM
- STADT LUDWIGSBURG
Leitungsklausur der Städtischen Kindertageseinrichtungen 2023
Thema: Kinderarmut
Um den Leitungen und deren Stellvertretungen der städtischen Kindertageseinrichtungen Wissen und Informationen zum Thema Kinderarmut zu vermitteln, fand eine Leitungsklausur zu diesem Thema statt. Sensibilisierung, Auseinandersetzung mit dem Thema und der kollegiale Austausch waren Schwerpunkte der Veranstaltung.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Nachmittages war der „Markt der Möglichkeiten“. Dort konnten Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Institutionen ihre Einrichtung und Angebote vorstellten. Sie kamen mit den Fachkräften der Kindertageseinrichtungen und untereinander ins Gespräch. Es fand ein reger Austausch und eine gute Vernetzung untereinander statt.
Ziel der Veranstaltung war es die Fachkräfte für die tägliche Arbeit mit Kindern und Familien im Themenfeld zu sensibilisieren und sich mit den Institutionen zu vernetzen.
Kinderzuschlag - mehr Geld für die Familie
Wenn das Einkommen nicht für die ganze Familie reicht, können Eltern zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag von bis zu 297 Euro im Monat erhalten. Der Kinderzuschlag hat aber weitere finanzielle Vorteile. Besucht Ihr Kind zum Beispiel eine Kindertagesstätte, können Sie sich von den Gebühren für den Kita-Platz befreien lassen.
Wenn Sie mehr über die Vorteile des Kinderzuschlags erfahren möchten, besuchen Sie gerne eine Informationsveranstaltung.