Bäume wurden zur Verkehrssicherheit gefällt

Im Waldgebiet am Gämsenberg mussten jetzt zahlreiche Eschen gefällt werden. Sie waren sehr stark geschädigt und deshalb nicht mehr standsicher. Was hat die Schäden verursacht?

Mann mit roter Arbeitskleidung, Helm und Gehörschutz sägt Bäume ab.
Anfang der Woche waren die Baumfällarbeiten am Gämsenberg noch in vollem Gange. (Foto: Benjamin Stollenberg)

Entlang der Marbacher Straße, Neckarstraße und Gämsenbergstraße liefen in den letzten Tagen umfangreiche Baumfällarbeiten. Betroffen waren insgesamt rund 180 Bäume, insbesondere Eschen, deren Stand- und Bruchsicherheit aufgrund von Erkrankungen und Schäden im Stammfuß- und Wurzelbereich zunehmend beeinträchtigt war. Das hatte ein Sachverständiger bei einer Kontrolle festgestellt. Die Arbeiten haben am vergangenen Samstag, 1. August, begonnen und waren – schneller als gedacht – innerhalb weniger Tage abgeschlossen.

Der Grund für die starke Beschädigung der Bäume ist das sogenannte Eschentriebsterben. Diese Baumkrankheit wird durch einen aus Asien stammenden Pilz (Hymenoscyphus fraxineus) verursacht und betrifft seit vielen Jahren große Teile der Eschenbestände in Deutschland. Die Erkrankung führt zunächst zu Schäden an Trieben und Kronen. Im weiteren Verlauf können auch Stammfuß- und Wurzelbereiche geschädigt werden, wodurch die Stabilität der Bäume erheblich beeinträchtigt wird. Das war auch am Gämsenberg der Fall.

Ziel: Baumbestand bewahren

„Grundsätzlich hat es für uns einen sehr hohen Stellenwert, den Baumbestand in Ludwigsburg zu bewahren“, erklärt Ulrike Schmidtgen, die Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen. „Bäume werden nur gefällt, wenn es absolut notwendig ist. Und im aktuellen Fall musste die Stadt zur Verkehrssicherheit, zum Schutz der Bevölkerung sowie der umstehenden Bäume zeitnah handeln.“

Generell machen den Bäumen in Ludwigsburg zunehmende Hitze und Trockenheit zu schaffen – und zwar trotz der guten Betreuung durch die Stadtverwaltung mit speziell geschultem Fachpersonal. Von den rund 30.000 städtischen Bäumen sind etwa 13 Prozent deutlich oder sogar erheblich geschwächt. Wirklich gesund und vital sind derzeit nur noch etwa die Hälfte der Bäume, nämlich 16.404 Stück.

Hitze und Trockenheit machen die Bäume auch anfälliger für Pilzerkrankungen, wie das oben genannte Eschentriebsterben, oder Schädlinge wie die Miniermotte oder die wollige Napfschildlaus. Der Baumbestand in Ludwigsburg stagniert insgesamt, obwohl die Stadtverwaltung in der jüngsten Zeit viele Neupflanzungen vorgenommen hat – etwa auf dem Arsenalplatz (42 Neupflanzungen), dem Schillerplatz (20 Neupflanzungen) oder im „Garten der Begegnung“ am Rathaushof (35 Neupflanzungen).

Baumpatenschaft und Baumspenden

Wer sich für die Bäume in Ludwigsburg engagieren möchte, hat die Möglichkeit einer Baumpatenschaft oder einer Baumspende. Baumpat*innen übernehmen in erster Linie die Pflege des Baumbeetes. Für die Kontrolle und den Baumschnitt bleibt weiterhin der städtische Fachbereich Tiefbau und Grünflächen zuständig.

Baumspenden sind bereits mit kleineren Beträgen möglich, diese fließen in den Fonds „LudwigsBaum" für laufende Pflanzmaßnahmen. Wer einen bestimmten Baum mit Standortwahl, Urkunde und Spenderschild spenden möchte, kann dies ab einer Summe von 1.800 Euro tun. Geeignete Anlässe dafür sind etwa Hochzeiten, Geburtstage oder das Gedenken an einen verstorbenen Menschen. Vereins- und Firmenspenden sind ebenfalls möglich. Baumart, Standort und Pflanztermin werden stets mit den Spender*innen abgestimmt. Interessenten für eine Baumpatenschaft oder eine Baumspende können sich beim Fachbereich Tiefbau und Grünflächen melden, am besten per E-Mail an gruenflaechen@ludwigsburg.de. (Karin Brühl)

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