Stadt unterstützt Fachkonferenz des Ludwigsburger Bündnisses gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Die Rechtsverbindlichkeit des Europäischen Gewaltschutzabkommens für Mädchen und Frauen, die sogenannte Istanbul-Konvention, jährt sich am 2. Februar in Deutschland zum achten Mal. An diesem Tag findet im Großen Saal des Kulturzentrums, Wilhelmstraße 9/1, die offene Fachkonferenz „‚Bordell Europas‘ ist kein Qualitätsmerkmal“ statt. Die Veranstaltung wird von der Stadt Ludwigsburg gefördert und richtet sich an Interessierte und Expert*innen gleichermaßen. Sie ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter www.buendnisludwigsburg.de/veranstaltungen ist notwendig.

Von 9 bis 16 Uhr berichten Expertinnen aus Praxis, Wissenschaft und eigener Betroffenheit über die Realität in der Prostitution in Deutschland und informieren über das Nordische Modell. Beim Nordischen Modell handelt es sich um einen in skandinavischen Ländern entwickelten Ansatz, der den Kauf sexueller Handlungen unter Strafe stellt. Menschen, die sexuelle Handlungen anbieten, bekommen hingegen staatliche Unterstützung für den Ausstieg aus dem System Prostitution. Prostitution und Zwangsprostitution betreffen beziehungsweise traumatisieren deutlich überproportional Mädchen und Frauen.

Die Teilnahme von Leni Breymaier, früheres Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD) und Susanne Wetterich, Vorsitzende der Frauen-Union Baden-Württemberg (CDU), an der Konferenz sichert eine überparteiliche Auseinandersetzung mit dem System Prostitution und der Frage, was das sogenannte Nordische Modell zur Entkriminalisierung von Prostitution beiträgt. Darüber hinaus konnte der Verein Ludwigsburger Bündnis gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution weitere, sehr hochkarätige Referentinnen und Referenten für das Podium dieses Fachtages gewinnen.

„Wir akzeptieren in unserer Stadtgesellschaft weder Zwangsprostitution noch andere Formen von Gewalt. Daher unterstützen wir in Ludwigsburg das Nordische Modell und setzen uns weiterhin für die Umsetzung der Grund- und Freiheitsrechte von Mädchen und Frauen ein“, betont Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht.

Die Gleichstellungbeauftragte, Dr. Kristina Wolff, ergänzt: „Eine gesunde Gesellschaft erkennt an, dass der Kauf von sexuellen Handlungen auf einem machtgeprägten Hierarchiegefälle basiert. Nicht auf Einverständnis.“

Auch Gunda Rosenauer, Professorin für Psychologie an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, sowie Vorsitzende des Ludwigsburger Bündnisses gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution, bekräftigt diese Haltung: „Dass Deutschland als ‚Bordell Europas‘ gilt, ist kein Zeichen von Freiheit, sondern ein Alarmsignal. Die Realität in der Prostitution zeigt, wie oft Würde, Selbstbestimmung und Schutz auf der Strecke bleiben. Genau darüber müssen wir sprechen.“

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