Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg wird eröffnet
Neuer Ort für Gründung und Innovation im Franck-Areal
Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht eröffnet am Mittwoch, 14. Oktober 2026, eine neue offene Werkstatt mit Co-Working-Möglichkeit auf dem Franck-Areal am Bahnhof: Der „Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg“ wird von 2026 bis 2028 durch den Verband Region Stuttgart gefördert und ist gleichzeitig der erste Baustein für das gesamte ehemalige Laborgebäude der Firma Nestlé, den späteren „Franck Tank“. Die Veranstaltung in der Pflugfelder Straße 23 beginnt um 17.30 Uhr und ist für alle Interessierten offen.
Die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung setzt den Co-Making-Space im Rahmen ihrer Start-up-Initiative um. Als Kooperationspartner hat sie das Kreativlabor Tinkertank gewonnen, eine seit 2013 bestehende Initiative der Interactive Media Foundation gGmbH. Tinkertank hat die Flächen angemietet und stellt seine Infrastruktur, Personal und Expertise für das gemeinsame Konzept und die Umsetzung zur Verfügung. Seit Anfang des Jahres findet hier schon alle zwei Wochen donnerstags die offene Gründungswerkstatt statt – eine Sprechstunde für alle Gründungsvorhaben, in der Maschinen oder Werkzeuge ausprobiert werden und alle Teilnehmenden sich austauschen und vernetzen können.
Erweiterte Nutzung für technische Entwicklungen
Zielsetzung der Projektbeteiligten ist eine erweiterte Nutzung des Ortes durch unterschiedliche Gruppen aus Bürgerschaft, Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen. Tinkertank trägt technisches und kreatives Know-how sowie Maschinen bei, die Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg berät zu betriebswirtschaftlichen Themen. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Frühphase der prototypischen Ideenentwicklung und Vernetzung der Gründungsszene mit etablierten Unternehmen liegen: „Mit dem Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg schaffen wir einen Möglichkeitsraum“, sagt Jasmin Mertikat, Programmleitung von Tinkertank. „Wir laden alle Gründerinnen und Gründer – und die, die es werden wollen – dazu ein, sich auszuprobieren, inspirieren zu lassen, zu vernetzen und auszutauschen. Und ihre eigenen Ideen einzubringen! Denn das ist es, was alle Beteiligten, die Zielgruppen, die Stadt, die Region und auch uns voranbringen wird.“
Der Makerspace will Gründer*innen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Handwerk und Technik leichter machen: „Unsere Wirtschaft steht gerade vor einer großen Transformation. Das bedeutet zum einen, dass wir Innovationen fördern müssen. Zum anderen wird gerade auch ein neuer Gründergeist geweckt, auf den wir vorbereitet sein wollen“, sagt OB Dr. Matthias Knecht. „Gründungsvorhaben brauchen nun Orte, wo niedrigschwellig experimentiert und getüftelt werden kann. Genau die klassische schwäbische Tüftlerin wird mit dem englischen Wort ‚Tinker‘ in Tinkertank adressiert!“
Plädoyer für offene Werkstätten und Makerspaces
Begrüßen werden OB Knecht, Rainer Gessler, Stellvertretender Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, und Jasmin Mertikat, Programmleitung von Tinkertank. Im Anschluss wird Andreas Sedlmayr das Wort bekommen. Er hat sich mit seinem Vorzeige-Scale-up Instagrid sehr für die Entwicklung eines solches Ortes eingesetzt. In seiner Keynote will er darstellen, warum Start-ups Orte wie den Co-Making-Space brauchen, wie mit Maschinen Prototypen entwickelt werden können und wie Instagrid in der Anfangszeit ein solcher Raum geholfen hätte.
Im Anschluss werden Gründerin Sandra Hölzl-Bunk, Spieleentwickler Christoph Rasulis, Tinkertank-Programmleiterin Jasmin Mertikat und Start-up-Managerin Stefanie Wolz auf einer Podiumsdiskussion über die ersten Monate des Co-Making-Spaces und das Angebot der Offenen Gründungswerkstatt berichten und über den Co-Making-Space als Möglichkeitsraum diskutieren.
Co-Making-Space als Herzkammer für „Franck Tank“
Der Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg befindet sich im Erdgeschoss des zukünftigen „Franck Tanks“. Das Gebäude wird zu einem modernen Zentrum für Zukunftstechnologie und Kreativwirtschaft weiterentwickelt.
Mehrere Start-ups haben bereits für andere Räumlichkeiten im Gebäude Interesse angemeldet. Die Stadt sucht weiter nach passenden Unternehmen aus dem Bereich der Zukunftstechnologien, die das entstehende Innovationsumfeld auf dem Franck-Areal mitgestalten möchten.
Daneben haben sich bereits die Filmakademie Baden-Württemberg und die Akademie für Darstellende Kunst (ADK) im Gebäude eingemietet. Die Filmakademie entwickelt gerade mit der Wirtschaftsförderung eine Arbeits- und Präsentationsfläche („Hub“) für Gründungen im Bereich der audiovisuellen Medien. Interessierte Start-ups, junge Studios, Agenturen oder Teams in den Bereichen Film, Animation, Extended Reality oder Games werden sich für einen Raum mit günstiger Miete bewerben können. Die ADK wird die Räumlichkeiten ab sofort für unterschiedliche Unterrichtsformate und künstlerische Praktiken nutzen. Außerdem soll das neu aufgesetzte, internationale Masterprogramm ADK LAB bald in die angemieteten Räume auf dem Areal einziehen: Dieses begreift Darstellende Kunst als interdisziplinäre Forschung, die kulturelle Prozesse befragt und neue Ästhetiken definiert.
Das gesamte Projekt wird im Rahmen des „Programms zur Kofinanzierung von regionalen Modellprojekten und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus“ vom Verband Region Stuttgart unterstützt.