Zivilcourage gezeigt: Menschen griffen beherzt ein

Ein Mann packt eine Frau grob am Arm. Ein anderer Mann geht dazwischen.
Sandra Hehrlein (rechts) und Jörg Pollinger (Mitte) vom Improvisationstheater Q-Rage stellten übergriffige Alltagssituationen dar. Für das Foto wurde die gesamte Szene – auch das Eingreifen eines Passanten – nachgestellt. (Foto: Stadt Ludwigsburg/Benjamin Stollenberg)
Die sechs Personen stehen vor einem Bus mit der Aufschrift „Zivilcourage“ und machen die „Daumen-hoch“-Geste.
Vor dem Bus mit Zivilcourage-Botschaft von links nach rechts: Markus Fischer (Citymanager LUIS e.V., Beiratsmitglied Sicheres Ludwigsburg e.V.), Heinz Mayer (Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung sowie Vorstand Sicheres Ludwigsburg e.V), Thomas Seybold (Vorstand Sicheres Ludwigsburg e.V.), Jörg Pollinger (Schauspieler Q-Rage), Sandra Hehrlein (Schauspielerin Q-Rage), Meike Pirkner (Stabsstelle Kommunale Kriminalprävention der Stadt Ludwigsburg und Geschäftsführerin Sicheres Ludwigsburg e.V.). (Foto: Stadt Ludwigsburg/Benjamin Stollenberg)
Das Ludwigsburger Rathaus ist in Pink angestrahlt. Außerdem wurde der Schriftzug „Zivilcourage“ auf das Rathaus projiziert.
Das Ludwigsburger Rathaus leuchtete am Tag der Zivilcourage in Pink. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

Anlässlich des bundesweiten Tags der Zivilcourage am 19. September veranstaltete der Verein Sicheres Ludwigsburg in Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg auch in diesem Jahr einen Aktionstag, um das Bewusstsein für mutiges und verantwortungsvolles Handeln im Alltag zu stärken. Im Mittelpunkt stand dabei ein besonderes Format: Während des Wochenmarkts auf dem Marktplatz inszenierten Schauspielende des Improvisationstheaters Q-Rage mehrfach übergriffige Alltagssituationen. Als Paar stritten sie sich zunächst lautstark, dann kam es zu Beleidigungen und sogar körperlichen Übergriffen. Dazu gehörte etwa das Zerren am Rucksack oder das Festhalten am Oberarm.

Das Ziel: Die Stadtgesellschaft für das Thema sensibilisieren, zum Nachdenken anregen und zeigen, dass jeder Mensch in kritischen Situationen etwas tun kann. Die Reaktionen der Marktgäste fielen dabei bemerkenswert aus. Unabhängig davon, wo die Szenen stattfanden, ob in einer Warteschlange am Gemüsestand, vor einem Café oder am Brunnen, dauerte es nie lange, bis Menschen einschritten.

Mit großer Selbstverständlichkeit zeigten die Passant*innen Haltung. Manche sprachen die betroffene Person direkt an und fragten: „Kann ich Ihnen helfen?“. Andere machten laut und deutlich klar: „Hören Sie auf!“. Wieder andere versuchten, Abstand zwischen den Beteiligten zu schaffen oder weitere Unterstützung zu organisieren. „Die Aktion macht deutlich, dass Zivilcourage in unserer Stadt nicht nur ein Schlagwort ist, sondern von vielen Menschen ganz selbstverständlich gelebt wird“, so Heinz Mayer, Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung und gleichzeitig einer der Vorstände des Vereins Sicheres Ludwigsburg.
 

Begleitet wurden die Inszenierungen von Polizei und städtischem Ordnungsdienst. Sobald jemand eingriff, wurde die Situation unmittelbar aufgeklärt, noch bevor sich Unsicherheit oder Sorge ausbreiten konnten.

Parallel dazu informierte der Verein mit einem Stand am Stadtkirchenplatz über Möglichkeiten, in schwierigen Situationen richtig und sicher zu handeln. Zahlreiche Besucher*innen wurden zudem durch den auffällig gestalteten Linienbus der LVL Jäger aufmerksam, der mit seiner Zivilcourage-Botschaft direkt an der Stadtkirche stand.
 

Den Abschluss des Aktionstages bildete die Beleuchtung des Rathauses. Vor dem dunklen Abendhimmel erstrahlte das Gebäude in leuchtendem Pink. Auf die Rathausfassade wurde zudem der Begriff „Zivilcourage“ projiziert. Die Farbe Pink steht international für Mut, Solidarität, Respekt und das Eintreten gegen Ausgrenzung und Gewalt.

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