SDG7: Bezahlbare und saubere Energie

Worum geht's?

Die Verfügbarkeit von Energie, also Strom und Wärme, ist in unserer Gesellschaft selbstverständlich und nicht wegzudenken. Mobilität, Kommunikation, Wohnen, jeden Tag und in eigentlich allen Lebensbereiche benötigen wir Energie. 

Gleichzeitig entstehen große Klima- und Umweltbelastungen wie Treibhausgas-Emissionen, aber auch Eingriffe in Landschaften und Lebensräume von Tieren und Pflanzen für die Infrastruktur, wenn Kohle oder Erdgas umgewandelt werden, wenn Strom und Wärme genutzt oder über Übertragungsnetze bereitgestellt werden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine zentrale Säule der Energiewende und wird in Deutschland seit dem Jahr 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sind Ziele vereinbart, um den ökologischen Schaden des Ausbaus weitgehend zu reduzieren. 
In Deutschland liegt der Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch dennoch erst bei rund 17%, weltweit variiert der Anteil der nachhaltigen Energieversorgung stark.

Während wir in Deutschland uneingeschränkten Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher und moderner Energieversorgung haben, stellt dies in anderen Ländern ein enormes Problem dar. In Ländern wie Burkina Faso, Äthiopien oder Sudan haben oft weit über drei Viertel der Bevölkerung gar keinen Zugang zu Energie, weltweit sind dies knapp eine Milliarde Menschen, weitere Milliarden müssen ineffiziente und höchst umwelt- oder gesundheitsschädliche Energiequellen nutzen.

Das SDG im Wortlaut

"Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energiefür alle sichern"

7.1 Energiezugang für alle
Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen sichern
 
7.2 Erneuerbare Energien fördern
Bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöhen
 
7.3 Energieeffizienz erhöhen
Bis 2030 die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppeln
 
7.a Zugang zu Forschung & Technologie
Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit verstärken, um den Zugang zur Forschung
und Technologie im Bereich saubere Energie, namentlich erneuerbare Energie, Energieeffizienz
sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe, zu erleichtern,
und Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien
fördern
 
7.b Bessere Infrastruktur in Entwicklungsländern
Bis 2030 die Infrastruktur ausbauen und die Technologie modernisieren, um in den
Entwicklungsländern und insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern, den kleinen
Inselentwicklungsländern und den Binnenentwicklungsländern im Einklang mit ihren
jeweiligen Unterstützungsprogrammen moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen
für alle bereitzustellen

Nachhaltig leben

  • Nutzen Sie unsere Energiespar-Checks und CO2-Rechner und leisten Sie mit einfachen Maßnahmen Ihren Beitrag zum Klimaschutz.
  • Wechseln Sie zu einem Ökostrom-Anbieter. Achten Sie dabei auf „echten Ökostrom“, der ausschließlich umweltschonend erzeugt wird und in den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung investiert.
  • Werten Sie Ihre Immobilie auf und investieren Sie beispielsweise in eine Dämmung für winterlichen Kälte- und sommerlichen Wärmeschutz und eine Photovoltaik-Anlage zur regenerativen Eigenstromerzeugung.
  • Tauschen Sie alte Glühbirnen gegen Energiesparlampen oder effiziente LED-Beleuchtung aus und reduzieren Sie so Ihren Stromverbrauch um bis zu 80 Prozent.
  • Kaufen Sie weniger Produkte, die lange Lieferwege oder Kühlketten und somit einen hohen Energieverbrauch haben.
  • Nutzen Sie zu Hause Steckerleisten mit Kippschalter. Elektrogeräte sind oft viele Stunden im Standby-Modus und führen zu vermeidbaren Kosten.

Beispiele aus Ludwigsburg

Das SDG 7 im Stadtentwicklungskonzept

Das Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzept mit seinen 12 Handlungsfeldern leistet einen konkreten Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen. Die Unterziele des SDG 7 werden insbesondere durch das folgende Handlungsfeld behandelt:

  • 11 Klima und Energie

SWLB: erneuerbare Energien

Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (SWLB) ist das prägende Versorgungsunternehmen in der Region und steht für eine saubere und effiziente Energieerzeugung und -lieferung sowie den klimaschonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Immer im Blick: Das Ziel, die Energiewende gemeinsam mit den Bürgern voranzutreiben. So erweitert die SWLB kontinuierlich ihr Fernwärmenetz, optimiert die Energieeffizienz ihrer Anlagen und bietet ihren Kunden Produkte und Leistungen an, mit denen auch diese ihren Lebensstil nachhaltig und umweltfreundlich gestalten können.

In Zusammenarbeit mit der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) bietet die SWLB eine Energieberatung als Grundlage für Investitionsentscheidungen im Bereich der energetischen Sanierung an.

Foto: Ludwig Schönle

Fernwärme: Nachhaltig und vor Ort erzeugt

Fernwärme steht für nachhaltige Energie aus der Region für die Region und wird von der SWLB in einem hochmodernen Holzheizkraftwerk, in rund 20 Blockheizkraftwerken sowie in Deutschlands größter Solarthermie-Anlage auf dem Römerhügel regernativ erzeugt und in das Wärmenetz eingespeist. In Form von heißem Wasser wird die Wärme über ein Rohrsystem zu den Haushalten transportiert. Durch den Einsatz energieeffizienter SWLB-Anlagen werden bereits rund 47.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart. Würde ein solcher Ausstoß anfallen, müssten zur Kompensation rund 3,7 Millionen neue Buchen gepflanzt werden.

Solarinitiative Ludwigsburg

Die Solariniative stäkt die solare Stromerzeugung in Ludwigsburg weiter und macht sie zu einem Thema für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Beratung von Hauseigentümern, wie auch die Initiierung weiterer gemeinschaftlicher Solaranlagen als Beteiligungsanlage trägt dazu bei, dass Solarstrom zunehmend den Weg in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger findet. Die erste durch Bürgerinnen und Bürger gemeinsam finanzierte Solaranlage Ludwigsburgs ging 2003 auf dem Dach der Gottlieb-Daimler-Realschule in Betrieb. Mittlerweile sind eine Vielzahl weiterer Gemeinschaftssolaranlagen entstanden.

Foto: Adobe.com / Jürgen Fälchle

PV-Pflicht im Neubau

Die Stadt Ludwigsburg strebt an, bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu sein. Die Nutzung der Sonnenenergie ist dabei hilfreich, denn beispielsweise lassen sich mit jeder 10 kWp PV-Anlage etwa 4,9 t CO2 pro Jahr einsparen. Auch unter ökologischen und in der Regel wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Installation sinnvoll. Das Potenzial zur Stromerzeugung aus Photovoltaik ist in Ludwigsburg sehr hoch, wird allerdings momentan bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Deshalb ist ein Zubau an PV-Anlagen ein wichtiger Baustein, um die Klimaneutralität in Ludwigsburg zu erreichen. Im Gemeinderat wurde die Verpflichtung zur Installation von Photovoltaik-Anlage im Neubau beschlossen.

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