Lärmaktionsplan mit Kartierung

Lärm und Mobilität in Eglosheim

Strassenlärm in der Gesamtstadt

Maßnahmenprogramm von Gemeinderat beschlossen

Der Ludwigsburger Gemeinderat hat am 29. Juli 2015 das Maßnahmenprogramm zum Lärmaktionsplan der Stadt (Stufe I und II) gemäß der Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments) und gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (nach § 47d BImSchG) beschlossen. Dem Beschluss gingen intensive und kontroverse Diskussionen in mehreren Sitzungen des Ausschusses für Bauen Technik und Umwelt voraus, bis mehrheitlich eine gemeinsame Linie gefunden und im Gemeinderat bestätigt wurde. Der Beschluss zum Lärmaktionsplan ist hier im Detail nachzulesen:

Bei einzelnen Punkten ist bereits die konkrete Umsetzung von Maßnahmen möglich, vielfach stehen aber auch noch vertiefende Prüfungen an. Auch die Zeithorizonte der Bearbeitung sind unterschiedlich. Viele Aufgaben sind laufend zu bearbeitende Daueraufgaben, die mitunter auch aus vielen Einzelmaßnahmen bestehen. Diese Tabelle zeigt das beschlossene Programm im Überblick:

Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens 2015

90 Personen aus der Bürgerschaft und 19 Träger öffentlicher Belange nutzten im Vorfeld während der öffentlichen Auslegung die Gelegenheit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Mit dem Beschluss des Lärmaktionsplans nahm der Gemeinderat auch die Vorschläge der Verwaltung zum weiteren Umgang mit diesen Anregungen und Bedenken zur Kenntnis. Im Detail sind die Rückmeldungen und die Vorschläge zur weiteren Berücksichtigung diesen Anlagen zu entnehmen:

Die nächsten Schritte

Der Beschluss ist der eigentliche Startschuss für die Umsetzung von Maßnahmen und für den Einstieg in die weitergehenden Detailprüfungen. Kurzfristig wird bereits Tempo 30 ganztags in der Neckarstraße angeordnet und ausgeschildert. In anderen Fällen kann die Notwendigkeit zusätzlicher Untersuchungen, intensiver Abstimmungsprozesse und längerer Finanzierungsvorläufe dazu führen, dass die Realisierung eventuell auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.

Nicht auszuschließen ist auch, dass Maßnahmen sich im Zuge der genauen Prüfung als nicht sinnvoll herausstellen. Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn sich durch Tempo 30 unzumutbare Fahrtzeitverlängerungen für den Busverkehr ergeben, unerwünschte Verkehrsverlagerungen zu erwarten sind oder kein gleichmäßiger Verkehrsfluss mehr sicherzustellen ist. Ohnehin wird der Lärmaktionsplan spätestens alle fünf Jahre fortgeschrieben. Die nächste Lärmkartierung ist für 2017 vorgesehen und wird die bis dahin umgesetzten Maßnahmen und verkehrlichen Entwicklungen berücksichtigen.

Die neue Beschlusslage wird zeitnah in den Entwurf des Lärmaktionsplans vom 02. Juli 2014 eingearbeitet. Die darin enthaltene Maßnahmenliste muss ebenfalls aktualisiert werden. Der bisherige Entwurfs einschließlich aller Anlagen zum Lärmaktionsplan bleibt bis dahin als Download verfügbar und ist hier nachzulesen:

Im Downloadbereich auf der rechten Seite finden Sie Karten zum Bestand und zu verschiedenen Planfällen (Tempo 30, Lärmoptimierter Asphalt etc.). Die Kartierung durch das Büro Accon aus dem Jahr 2009 enthält einige zwischenzeitliche Verbesserungen noch nicht (Tempo 30 in der Schillerstraße oder Lärmoptimierter Asphalt in der Friesenstraße etc.).

Auch nach dem Beschluss des Maßnahmenplans können Sie uns weiterhin Ihre Anregungen zur Lärmaktionsplanung per E-Mail an laerm@ludwigsburg.de oder über unser Mail-Formular zukommen lassen. Weitere Informationen zum Thema Lärm finden Sie auch auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz.

Schienenlärm

Lärmkartierung 2012 belegt die Betroffenheit

Seit Mitte des Jahres 2015 liegen auch für den Schienenlärm die endgültigen Lärmkarten und Statistiken des Eisenbahnbundeamtes (EBA) vor. Mit dem Stand 30.06.2012 ist erstmals die Situation nach der Lärmsanierung durch die DB-ProjektBau berücksichtigt. Im Rahmen der Sanierung wurden an verschiedenen Teilstrecken auf einer Länge von rund 2,5 km Lärmschutzwände errichtet sowie für etwa 160 Wohnungen Lärmschutzfenster gefördert. Anspruchsberechtigt waren damals circa 530 Wohnungen, jedoch wurde nur für ein knappes Drittel von der 75-prozentigen Förderung Gebrauch gemacht. In der Summe beliefen sich die Gesamtkosten der Sanierung für Wände und Fenster einschließlich der Eigenanteile der Wohnungseigentümer auf ungefähr 6 Mio. Euro.

Nach wie vor verbleibt eine hohe Zahl Betroffener, insbesondere aufgrund folgender Besonderheiten der Lärmkartierung gemäß EU-Umgebungslärmrichtlinie:

  • Die EU-Richtlinie legt die Lärmwerte ohne Abzug des zum Zeitpunkt der Sanierung nach deutschen Richtlinien noch geltenden Schienenbonus von 5 dB(A) zugrunde. Erst mit dem Fortfall des Schienenbonus seit dem 01.01.2015 gelten auch in Deutschland höhere Lärmschutzansprüche. Zusätzlich wurden auch die Lärmsanierungsgrenzwerte um 3 dB(A) abgesenkt von tags/nachts 70/60 dB(A) auf 67/57 dB(A). 3 dB(A) sind wahrnehmbar und wenn der Lärm ohne weitere Minderungsmaßnahmen um diesen Wert verringert werden soll, müsste die Verkehrsmenge halbiert werden.
  • Die EU-Richtlinie zielt in erster Linie auf den Außenbereich ab - den Schutz vor "Umgebungslärm" - und bewertet folglich auch jene Einwohner als Betroffene, die nur innerhalb ihrer Wohnungen durch Lärmschutzfenster geschützt sind.
  • Der Lärm wird nach EU-Richtlinie pauschal in 4 Metern über Gelände kartiert. Vielfach sind die in der Regel nur bis 2,0 bis 2,5 Meter hohen Schallschutzwände in diesem Höhenbereich in ihrer Wirkung bereits eingeschränkt.
  • Mit der zweiten Stufe der Lärmkartierung werden bereits Strecken mit 30.000 Zügen pro Jahr berücksichtigt, während es bei der ersten Stufe nur Strecken ab 60.000 Zügen pro Jahr waren. Zusätzlich kartiert wurde deshalb ist auch die Teilstrecke in Richtung Marbach/Backnang mit ca. 35.000 Zugbewegungen.

Die Notwendigkeit eines "Lärmaktionsplans Schiene" ergibt sich aus der Überschreitung gesundheitlicher Lärmwerte von 65 dB(A) ganztags (0 - 24 Uhr) und von 55 dB(A) nachts (22 - 6 Uhr). Betroffen sind ganztags rund 700 Einwohner, nachts aufgrund der höheren Güterverkehrsanteile sogar 2.000 Menschen. Gegenüber der ersten Kartierung (Stichtag 30.06.2007) nahm die Zahl Betroffener ganztags um rund 300 und nachts um circa 950 Personen ab - ein Beleg für die Wirkungen der Lärmschutzwände. Dennoch leben auch unterhalb der Schwelle zur Gesundheitsgefährdung zahlreiche Menschen in einem belasteten Umfeld, in dem langfristige Grenzwerte der Lärmvorsorge überschritten sind. Wie weitreichend die Belastungen sind, kann den Lärmkarten entnommen werden.

Die Lärmkarten und Statistiken sind auch über die Webseite des Eisenbahnbundesamtes (EBA) abrufbar:

Das Eisenbahnbundesamt stellt darüber hinaus weitergehende Hintergrundinformationen zur Lärmaktionsplanung im Internet zur Verfügung. Informationen zum bundesweiten Pilot-Lärmaktionsplan, zur Bürgerbeteiligung und zu häufigen Fragen finden Sie hier:

Ergebnisse der Beteiligung und weiteres Vorgehen

Ab dem 01.01.2015 ist zwar die Verantwortung für die Lärmaktionspläne im Schienenverkehr an die Bahn übertragen worden, dies wirkt sich jedoch erst auf die nächste (dritte) Stufe der Aktionsplanung (2017/2018) aus. Die zweite Stufe der Lärmaktionsplanung blieb vorerst Aufgabe der Stadt auch wenn sie die verspätete Kartierung durch das Eisenbahnbundesamt nicht zu verantworten hatte und außerdem die Handlungsmöglichkeiten ohne Mitwirkung der Bahn begrenzt sind. Es besteht beispielsweise kein Anspruch auf Eingriffe in den Bahnbetrieb oder in bauliche Anlagen der Bahn.
Mit der endlich abgeschlossenen Kartierung konnte die Stadt nun als zuständige Kommune die zweite Stufe der Lärmaktionsplanung auch für den Schienenlärm abschließen. Ein besonderer Zeitdruck bestand, da der von der EU vorgegebene Termin zur Verabschiedung des Lärmaktionsplans der 18.07.2013 war. Aus diesem Grund folgte der Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg am 27.01.2016 dem Verwaltungsvorschlag, lediglich einen knappen Muster-Aktionsplan mit den Mindestinhalten als Entwurf zur Beteiligung der Öffentlichkeit auszulegen. Grundlage war die Beschlussvorlage 586/15.

Zusätzliche Erläuterungen finden Sie in folgender Präsentation:

Die Offenlage und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange erfolgten im Februar 2016. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens, die Abwägungsvorschläge der Verwaltung und die beschlossene Version des Lärmaktionsplans Teil Schiene als Kurzfassung sind folgenden Unterlagen zu entnehmen:

Eine Kurzdarstellung der Ergebnisse zum Schienenlärm enthält die folgende Präsentation:

  • Sachstand BTU Präsentation

Als wesentliche Schlussfolgerungen sind hervorzuheben:

  • Die Lärmsituation ist nach wie vor belastend und Stadt fordert eine Nachberechnung im Rahmen der Überprüfung des Lärmsanierungsprogramms der DB Netz AG aufgrund der insgesamt um 8 dB(A) verschärften Grenzwerte. Die Ergebnisse sind frühestens im Jahr 2018 zu erwarten.
  • Die Stadt begrüßt die zwischenzeitliche Gesetzesinitiative auf Bundesebene, laute Züge in belasteten Bereichen verbieten zu können.
  • Die Stadt schlägt die Prüfung einer Netzergänzung im Güterbahnhof Kornwestheim vor, um eventuell Güterzugverkehr auch außerhalb der Strecken durch Ludwigsburg ableiten zu können.
  • Die seitens der Bahn bereits laufenden Maßnahmen wie die Umrüstung von Zügen und das Trassenpreissystem werden unterstützt, auch wenn die konkreten lärmmindernden Wirkungen für Ludwigsburg nicht ausgewiesen sind.

Die nach wie vor offenen Fragen und Anregungen werden dem Eisenbahnbundesamt und der DB-Netz AG als Stellungnahme zur kommenden Aktualisierung der Lärmaktionsplanung zugesandt.

 

Kontakt

Fachbereich
Stadtplanung und Vermessung
Lärmaktionsplanung
Wilhelmstraße 5
71638 Ludwigsburg
Telefon 07141 910-2828
E-Mail: laerm@ludwigsburg.de