Faire Sorgearbeit

Im Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wurde der „Gender Care Gap“ als Kennzahl entwickelt. Danach wenden Frauen 50,4 Prozent mehr für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Frauen haben dadurch weniger Zeit für bezahlte Arbeit und Männer weniger Zeit für die Familie.

Unterstützen Sie als Arbeitgeberin und Arbeitgeber Väter und Söhne, die in Teilzeit arbeiten wollen, um mehr Sorgearbeit übernehmen zu können. Ermöglichen Sie flexible Arbeitszeitmodelle, gestalten Sie mobile Arbeit.

Schreiben Sie als Paar auf, welche Aufgaben in der Familie zu erledigen sind und teilen Sie diese gerecht auf. Nähere Informationen hierzu bietet der Mentalload-Test.

Voraussetzung für finanzielle Unabhängigkeit, die Abkehr von klischeehaften Rollenbildern und damit die Gleichstellung der Geschlechter, ist eine faire Verteilung der Sorgearbeit.

Who cares?

Fair-sorgen, Fair-güten, Fair-teilen, Fair-ändern

Frauen verdienten 2019 durchschnittlich 19 Prozent weniger als Männer.

Pro Tag investieren Frauen im Durchschnitt 4 Stunden, 13 Minuten für unbezahlte Sorgearbeit, bei Männern sind es 2 Stunden, 46 Minuten.

Das wollen wir verändern.

Fair heißt für uns, gemeinsam Arbeit und Sorgearbeit zu teilen, Arbeit gerecht und fair zu entlohnen sowie faire Teilhabe der Geschlechter in Politik und Verwaltung herzustellen.

Equal Care

Der Equal Care Day ist eine Initiative, die auf mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam macht. Als gesellschaftliche Bewegung möchte die Initiative vielfältige Aspekte und Anliegen zusammenbringen, um gemeinsam gehört zu werden.

Ziel ist es, die Sorgearbeit aus der Nische des unsichtbaren Engagements herauszuholen. Politik und Wirtschaft will man dafür gewinnen, die unterschiedlichen Bereiche von Care-Arbeit ernst zu nehmen und neu zu denken. 2020 fanden bundesweit in über 20 Städten Aktionen und Veranstaltungen unter dem Dach des Equal Care Day statt. Im Zentrum stand eine zweitägige Konferenz in Bonn, bei der die Care-Situation in Deutschland diskutiert wurde, um Forderungen und Lösungsansätze für das Equal Care Manifest zu erarbeiten.

Care-Arbeit beschreibt die unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten des Sorgens und Sich-Kümmerns. Sie ist Fürsorge und Selbstsorge.

Care-Arbeit beginnt unter anderem bei folgenden Punkten:

  • Begleitung und Versorgung Neugeborener und Gebärender
  • Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern im Vor- und Grundschulalter
  • familiäre und professionelle Pflege und Unterstützung bei Krankheit oder Behinderung
  • Hilfe zur Selbsthilfe, unter Freundinnen und Freunden, Nachbarinnen und Nachbarn, im Bekanntenkreis
  • Altenpflege
  • Sterbebegleitung und Grabpflege

Der Care-Begriff meint also auch das ganz alltägliche, immer wiederkehrende Kümmern und Versorgen aller Haushaltsmitglieder. Er umfasst auch das Wissen, die Organisation und die Verantwortung (Mental Load) die es dafür braucht.
"Care" meint nicht nur die körpernahe Care-Arbeit, sondern schließt auch Kochen, Putzen, Reparaturen und alle Arbeiten im Haushalt mit ein, und beginnt in vielen Ländern des Globalen Südens bereits mit dem Besorgen von sauberem Trinkwasser oder Brennholz.

Equal Care Manifest

Equal Care Manifest
Foto: Equal Care Initiative

Wir alle sind in unserem Lebensverlauf auf die fürsorgliche Zuwendung und Versorgung anderer angewiesen. Das gilt für Neugeborene, für Kinder im Vor- und Grundschulalter, für junge Erwachsene, für Berufstätige bei Krankheit oder Behinderung und schließlich auch für ältere Menschen. Wir alle profitieren im Alltag von der Care-Arbeit anderer. Gesundheit, Wohlbefinden, Lebensqualität und gesellschaftliches Miteinander hängen davon ab.

Am 29. Februar 2020 fanden der bundesweite Equal Care Day und die zentrale ECD-Konferenz in Bonn statt. In deren Rahmen entstand die Grundlage für das Equal Care Manifest.

Das Manifest steht für mehr Anerkennung und für gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern. Unterstützen auch Sie das Manifest mit Ihrer Unterschrift!

Männer und Väter

Vater und Sohn beim gemeinsamen Angeln
Bild: fotolia_M_nadezhda1906

Männer und Väter finden in der Linksammlung und in den Downloads weitere Informationen zu den verschiedensten Themen. Viel Spaß beim lesen!

Kennen Sie einen Link, der für andere Männer und Väter nützlich ist? Gerne dürfen Sie diesen unter gleichstellung@ludwigsburg.de der Gleichstellungsbeauftragten Judith Raupp melden.

Weitere Informationen

Downloads

Informationen für Alleinerziehende

VAMV-Landesverband Baden-Württemberg startet neues Angebot

Bild alleinerziehender Eltern im Park mir ihren Kindern

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter ist der Experte für die Beratung Alleinerziehender und bietet mit der neuen Online-Beratung ein Angebot, sich kostenfrei, anonym und vertraulich per Mail oder Chat beraten zu lassen. Auch eine Telefonberatung ist weiterhin möglich.Inhaltlich geht es um alle Themen, die Alleinerziehende und Familien in der Trennungs-/ Scheidungsphase betreffen: Fragen zu den Themen Unterhalt, Sorgerecht, Existenzsicherung oder zu pädagogischen Themen. Die Online-Beratung soll ein Ort sein, an dem Alleinerziehende sich Ihre Sorgen von der Seele schreiben können und auf ein kompetentes, offenes und wertschätzendes Gegenüber treffen. 

Kontakt und weitere Informationen

Judith Raupp

Gleichstellungsbeauftragte

Telefon (0 71 41) 9 10-29 08
Gebäude Wilhelmstraße 11
Raum A 103