Männer und Frauen - Rollenbilder

„Junge oder Mädchen“ ? Dies ist die erste Frage, wenn ein Kind auf die Welt kommt.

Mit dieser Frage werden Menschen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Jungs sind laut, spielen gerne mit Autos, machen eine technische Ausbildung und werden Haupternährer der Familie. Mädchen sind schüchtern, spielen mit Puppen, erlernen einen sozialen Beruf und arbeiten in Teilzeit. Diese Zuschreibungen schränken eine selbstbestimmte Entwicklung der Menschen ein. Leider führen sie auch zu Diskriminierung und Benachteiligung.

Die Gleichstellung der Geschlechter kann nur erreicht werden, wenn Rollenbilder nicht klischeehaft verwendet werden.

Ziel ist es, in Sprache, Werbung, Bildung, Berufsorientierung, Sport und im täglichen Handeln keine klischeehaften Rollenbilder zu verwenden.

Klischeefreie Berufswahl - Girls'Day/ Boys'Day

Klischeefreie Berufswahl

Girls'Day - Der Mädchen-Zukunftstag

Logo vom Mädchen-Zukunftstag Girls Day

Am 28.04.2022 findet der bundesweite "Girls’ Day", der Mädchen-Zukunftstag, statt. Er ermöglicht interessante Einblicke in Technik, IT, Naturwissenschaften und Handwerk. An diesem Tag öffnen Unternehmen, Betriebe, Behörden und Forschungseinrichtungen jedes Jahr ihre Türen für interessierte Schülerinnen der Klassen 5-10.

In 2021 fanden erfolgreich viele digitale Angebote statt. Diese wird es auch in 2022 wieder geben. Zu finden sind diese über den Girls'Day Radar.

  • Informationen unter www.girls-day.de
  • Angebote unter Girls'Day Radar
  • Was sind Girls'Day Berufe? Hier erhältst du einen Einblick in die Berufeliste (461 KB). Zu einigen Berufen kannst du dir sogar Videos über YouTube anschauen.

Boys'Day - Der Jungen-Zukunftstag

Logo vom Jungen-Zukunftstag Boys Day

Am 28.04.2022 findet der bundesweite "Boys’ Day", der Jungen-Zukunftstag, statt. Jungen können an diesem Tag Berufe kennen lernen, die sie sonst eher selten in Betracht ziehen, zum Beispiel in den Bereichen Erziehung und Soziales, Gesundheit und Pflege. Außerdem stehen Aktionsangebote zu den Themen Lebensplanung und soziale Kompetenzen bereit.

In 2021 fanden erfolgreich viele digitale Angebote statt. Diese wird es auch in 2022 wieder geben.
Zu finden sind diese über den Boys'Day Radar

Sprache

Sprache prägt unser Handeln. Durch Sprache entstehend Bilder und Vorstellungen.

Bei geschlechtersensibler Sprache geht es darum alle Geschlechter sichtbar zu machen. Also Bürgerinnen und Bürger statt nur Bürger zu sagen.

Auch Rollenvorstellungen werden durch Sprache sichtbar.

Gendermarketing

Klischees werden in der Werbung oft wiederholt und verstärken so die Rollenbilder.

Frauen kaufen Kleidung und Männer gehen in den Baumarkt.
Frauen interessieren sich für Dekoration, Männer für Tecknik.

Aber ist das denn tatsächlich so?

Männer und Väter

Vater und Sohn beim gemeinsamen Angeln
Bild: fotolia_M_nadezhda1906

Männer und Väter finden in der Linksammlung und in den Downloads weitere Informationen zu den verschiedensten Themen. Viel Spaß beim lesen!

Kennen Sie einen Link, der für andere Männer und Väter nützlich ist? Gerne dürfen Sie diesen unter gleichstellung@ludwigsburg.de der Gleichstellungsbeauftragten Judith Raupp melden.

Weitere Informationen

Downloads

Alltags-Sexismus

Laut einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen & Jugend weiß jeder etwas mit dem Begriff Sexismus anzufangen. Wenngleich es ganz unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was genau darunter verstanden wird. Ebenso unterschiedlich fallen auch die Erfahrungen mit Alltagssexismus aus. Sexismus zeigt sich im Alltag in vielen Facetten.

Was Sexismus bedeutet: Sexismus bezeichnet eine Situation oder eine Tat, in der eine Person oder ein Geschlecht erniedrigt und objektiviert wird. Sei es beispielhaft durch die Reduzierung einer Person auf ihr Äußeres. Darüber hinaus wird die Freiheit, Würde und der der Wille der Person nicht respektiert. Demnach kommt Sexismus einer vorübergehenden ‚Entmenschlichung‘ gleich.

Die Gründe für Sexismus gestalten sich vielseitig: Häufig findet sich Alltagssexismus in Gruppen, in denen sich Personen sozial profilieren wollen. Doch auch zur sexuellen Luststeigerung wird Sexismus im Alltag betrieben, sodass Personen für die eigenen Zwecke instrumentalisiert werden. Betroffene Personen werden zum Sexobjekt. Nicht unwesentlich sind zuletzt sogenannte Dominanz- und Machtgebaren, die darauf abzielen, die betroffene Person herabzuwürdigen.

Sexismus ist omnipräsent. Viele Menschen sind schon einmal bewusst oder unbewusst einer sexistischen Situation ausgesetzt gewesen sein. Dazu zählen face-to-face Gespräche, Telefonate, Kommunikation in sozialen Netzwerken, Werbespots und vieles mehr.

Alltagssexismus zeigt sich in ganz unterschiedlichen Situationen und unterschiedlichen Ausprägungen. Besonders entscheidend ist, dass es kein einheitliches Maß gibt, ab wann etwas als sexistisch gilt. Die Bewertung der Situation ist relevant dafür, ob etwas überhaupt als Sexismus verbucht wird.

Sieht die eine Person den starrenden Blick noch als harmlos an, könnte eine andere Person sich davon bereits belästigt und herabgewürdigt fühlen. Außerdem ist immer auch die Absicht der vermeintlich sexistischen Person und das Verhältnis der Personen untereinander nicht zu vernachlässigen.

Auch Männer erfahren im Alltag Sexismus. Allerdings um 18 bis 35 Prozent seltener als Frauen. 
Von den Frauen in der Altersklasse von 25 bis 34 Jahren geben in der Pilotstudie ganze 64 Prozent an, bereits Sexismus im Alltag ausgesetzt gewesen zu sein. Die Zahlen sind gegenüber älterer Generationen stark angestiegen: Gründe hierfür werden sowohl im Anstieg sexistischer Übergriffe, als auch in einer höheren Sensibilität vermutet.

Fakt ist, Frauen sind regelmäßig sexistischen Situationen im Alltag ausgesetzt. Doch nicht immer werden solche überhaupt ernst genommen, geschweige denn als negativ empfunden. Nicht selten wird darüber hinweggelächelt, die Situationen werden ignoriert und emotional verdrängt.

Zukünftig gilt: Sexismus im Alltag ist nicht zu dulden. Wer sich gegen Sexismus zur Wehr setzt, möchte niemanden etwas wegnehmen, sondern die Gesellschaft bereichern: um eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Das Thema Sexismus ist kein Tabu . Offen über problematische Dinge zu sprechen kommt einer Ermächtigung gleich. Schlussendlich geht es darum, dass wir Alltagssexismus zukünftig empowert entgegentreten. 
Wie und mit welchen Strategien das geschieht, liegt bei jedem selbst.

Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Frauen sind in Führungspositionen in Baden-Württemberg nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Dies gilt für die Privatwirtschaft, den Öffentlichen Dienst und auch die Politik. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, wie stark sie in der Belegschaft vertreten sind bzw. welchen Anteil sie unter allen Mitbewerber*innen haben.

Frauen tragen vor allem dann Führungsverantwortung, wenn sie außerhalb von Großbetrieben arbeiten und in Teilen des Dienstleistungsbereichs bzw. im Handel tätig sind oder im Vergleich zu Männern möglichst hohe Bildungsabschlüsse erworben haben. Mehr Führung übernehmen Frauen zudem, wenn sie in einem Bundesland leben, das hinsichtlich des Familien- und Frauenbildes weniger traditionell geprägt ist und in dem eine bedarfsgerechte Betreuung von Kindern (in Kitas) vorhanden ist.

Es zeigt sich die Notwendigkeit, das bisher bestehende, männlich konnotierte Führungsverständnis ebenso auf den Prüfstand zu stellen wie das Verständnis von Elternschaft und Sorgearbeit. Politik, Arbeitgeber*innen und Gesellschaft können Frauen dabei unterstützen, ihre Karrierepläne zu verfolgen, indem sie branchenübergreifende Frauenquoten fordern und realisieren, innovative Führungsmodelle bieten sowie die Vernetzung von Frauen fördern und (Rollen-)Vorbilder sichtbar machen.

Zu wenig Frauen in der Politik

Gemeinsam mit anderen Menschen etwas bewegen, Einfluss auf Entscheidungen ausüben, die eigene Kommune mitgestalten, den weiblichen Blick einbringen und die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln - dies äußern Mandatsträgerinnen unter anderem, wenn sie nach ihrer Motivation für ihr kommunalpolitisches Engagement gefragt werden.

Was macht ihre Arbeit aus und warum lohnt es sich, kommunalpolitisch aktiv zu sein? Die porträtierten Frauen in der Broschüre „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik! Ludwigsburger Gemeinderätinnen im Porträt“ erzählen, wie sie zur Kommunalpolitik gekommen sind, welche Motivation sie angetrieben hat und welche Unterstützung sie erhalten haben, aber auch welche Schwierigkeiten und Stolpersteine ihnen begegnen.

Die Broschüre möchte dazu anregen einzusteigen, mitzugestalten und den Schritt in die Kommunalpolitik zu wagen. Zum Zeitpunkt der Erstellung sind unter 40 Ludwigsburger Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zwölf Frauen. Heute sind es 14 Frauen. Gefragt ist nach wie vor die stärkere Mitwirkung von Frauen. Und genau darum geht es: die Eindrücke und Erfahrungen des Alltags einzubringen – nicht ärgern, sondern einmischen, die Möglichkeiten der Mitgestaltung nutzen.

"Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie alleine den Männern überlassen könnte." (Käte Strobel, Bundesministerin von 1966-1972) Denn Politik profitiert von den Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten von Frauen und Männern. Diese betrachten kommunale Angelegenheiten aus unterschiedlichen Perspektiven. Demokratie braucht beide Sichtweisen – die der Frauen und der Männer.

Dennoch ist es kein Geheimnis: Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert. Sie erscheinen auf den Wahllisten der Parteien häufig erst am Ende und geraten damit aus dem Blickfeld der Wählerinnen und Wähler.
Dabei könnten Frauen in ihrer Doppelfunktion als Betroffene und Expertinnen für Modelle, Familie und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen, einiges bewegen. Sie haben aufgrund ihrer Erfahrungen und vielseitigen Qualifikationen ein großes politisches Potenzial, das auch in die Räte der Gemeinden und Kreise gehört.

Kommunalpolitik entsteht in erster Linie dort, wo Politik direkt erfahrbar und nachvollziehbar wird. Bebauungspläne, Kinderbetreuung, Wirtschaftsförderung, öffentlicher Nahverkehr und vieles mehr gehen uns direkt an. Politik vor der Haustüre, so wurde Kommunalpolitik einmal beschrieben.

Berichte der Bundesregierung zur Gleichstellung

Kontakt und weitere Informationen

Judith Raupp

Gleichstellungsbeauftragte

Telefon (0 71 41) 9 10-29 08
Gebäude Wilhelmstraße 11
Raum A 103