Klimaanpassung

Bewältigung der Folgen des Klimawandels

Ludwigsburg ist schon heute spürbar von klimatischen Veränderungen betroffen, zum Beispiel von Stürmen und Hagel, insbesondere aber auch von Hitze. Gerade längere Hitzewellen in den Sommermonaten verbunden mit intensiven Trockenheitsphasen sowie häufigere und intensivere Starkniederschläge stellen die Kommunen vor neue Herausforderungen.

Hierfür hat die Stadt Ludwigsburg ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, das Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels empfiehlt. Es beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Wie kann eine gute Aufenthaltsqualität in der Innenstadt auch bei Hitze gewährleistet werden? Wie kann eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bevölkerung vermieden werden? Wie können insbesondere Kinder und Senioren gut mit der Hitze umgehen? Wie kann eine Kanalüberflutung bei Starkregen vermieden werden? Wie kann das Wohn- und Arbeitsumfeld grüner werden? Wie müssen die Gebäude angepasst werden?

Maßnahmen zur Klimaanpassung

Als Maßnahmen nennt das Klimaanpassungskonzept zum Beispiel die Verfügbarkeit von großräumigen Grünflächen im Stadtgebiet. Auch die Gebäude müssen an heißere Temperaturen angepasst werden, zum Beispiel durch Dach- und Fassadenbegrünung. Außerdem gibt das Klimaanpassungskonzept Empfehlungen zur Freihaltung von Frischluftschneisen und somit zur künftigen Flächenentwicklung.

Das Klimaanpassungskonzept bildet eine wichtige Grundlage bei künftigen Planungsprozessen. Beispielsweise bei Quartiersentwicklungen, bei der Wohnbaulandentwicklung, bei der Aufwertung und Ausweisung von Gewerbegebieten sowie bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans.

Ergänzend zu den Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung müssen zur Bewältigung des Klimawandels aber auch klimaschützende Maßnahmen durchgeführt werden. Das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (12,2 MB) bildet hierfür die Grundlage.

Klimaschutz Initiative
Zukunftsstadt Ludwigsburg

Das Strategische Fachkonzept Klimaanpassung wurde im Mai 2016 vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Urban GreenUP

Im Rahmen des Projekts werden Lösungen entwickelt und erprobt, um den Auswirkungen des Klimawandels in Städten zu begegnen.

Stadtklimaanalyse

Das Klima verändert sich! Steigende Temperaturen und Hitzeereignisse werden künftig zunehmen. Vor diesem Hintergrund wurde für Ludwigsburg eine Stadtklimaanalyse in einem Raster von 25x25m erstellt. Ziel ist es, mit diesen Karten aufzuzeigen, welche Bereiche bei einer sommerlichen Hochdruckwetterlage überwärmt sind bzw., welche Bereiche eine ausgleichende Kühlwirkung haben. Damit stellt die Analyse eine wichtige Planungsgrundlage dar.

Aufbau der Analyse

Die Analyse setzt sich aus Klimaanalysekarten und Planungshinweiskarten zusammen.
• Für die Klimaanalysekarten wurden, mit Hilfe eines Stadtklimamodells, Ergebnisse für die wichtigsten meteorologischen Parameter wie Windgeschwindigkeit und Kaltluftvolumenstrom berechnet.
• Für die Planungshinweiskarten (PHK) wurden, auf die Klimaanalyse aufbauend, Bewertungen der einzelnen Flächen vorgenommen und diese mit Planungshinweisen versehen.
• Die Tag- und die Nachtsituation wurde für alle Karten jeweils getrennt dargestellt.

Die Analyse wurde im Rahmen des Förder-und Forschungsprojekts ZURES erarbeitet.
Die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse finden Sie in der Stadtinfokarte https://klima.ludwigsburg.de sowie hier als pdf. Datei. Bitte beachten Sie auch die Lesehilfe zur Stadtklimaanalyse.

Grünes Zimmer

Im Rathaushof gleich hinter dem Kulturzentrum steht das im April 2014 eröffnete „Grüne Zimmer“. Seine „lebenden“ Wände und Decken bestehen aus rund 7.000 Stauden und 40 Platanen, die insgesamt etwa 140 Quadratmeter Vegetationsfläche bilden. Das Grüne Zimmer erfüllt gleich mehrere Funktionen: Mit seinem satten Grün und den bunten Blüten lädt das grüne Wohnzimmer Passanten zum Verweilen ein. Vor allem im Sommer ist das schattige, kühle Plätzchen eine willkommene Ruhezone abseits der innerstädtischen Hektik. Durch das dichte Blätterwerk dringt kaum Straßenlärm. Und Duftpflanzen wie Lavendel, Nelken, Thymian und Minze lassen den Aufenthalt zum sinnlichen Erlebnis werden.

Auch für das Stadtklima ist das von den Stuttgarter Architekten ludwig.schönle entworfene Grüne Zimmer wertvoll – wie jeder Quadratmeter Grün, der die weitgehend versiegelten Innenstadtflächen durchbricht. Wie Bäume, Fassaden- und Dachbegrünungen bildet auch das Grüne Zimmer auf dem Rathausplatz eine kleine ökologische Nische. Die Wasserversorgung der kleinen Innenstadt-Oase ist nachhaltig: Ihre Bewässerungsanlage speist sich aus drei Zisternen, die insgesamt sechs Kubikmeter Regenwasser speichern können.

Pflanzen als Baumaterial

Das Grüne Zimmer ist ein gemeinsames Projekt des Verbands Region Stuttgart, des Instituts für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart, der Stadt Ludwigsburg und dem Kornwestheimer Unternehmen Helix Pflanzen, das für den Bau und die Pflege verantwortlich ist.

Blume

Erprobt wurde der Einsatz von Pflanzen als Baumaterial. Die „Bausteine“ der lebenden Zimmerwände bestehen aus Stahlgitterkörben unterschiedlicher Größe, die mit Kokos und Geotextil ausgekleidet sind und bepflanzt werden. Steigrohre und Tropfschläuche sorgen für die ausreichende Bewässerung und bedarfsgerechte Düngung jeder „Etage“ des grünen Bauwerks.

Auch die Statik des Pflanzengebäudes ist etwas Besonderes. Denn zur Bildung möglichst dichter und stabiler Baumdächer werden baubotanische Techniken eingesetzt. Die Pflanzen sollen untereinander sowie mit stützenden Konstruktionselementen zu einer „pflanzlich-technischen Verbundstruktur“ verwachsen.

Grafik Grünes Zimmer

EU-Forschungsprojekt TURAS

Wie können Städte und Regionen mit Blick auf den Klimawandel zukunftsfähig gemacht werden? Das ist die Frage, die das EU-Forschungsprojekt „TURAS – nachhaltige Städte und Regionen“ beantworten will. Das Grüne Zimmer ist im Rahmen dieses Forschungsprojekts, an dem insgesamt 28 Institutionen aus elf Staaten beteiligt sind. Bei dem Ludwigsburger Projekt stammen 135.000 Euro aus EU-Fördermitteln, bei Projektkosten von insgesamt 230.000 Euro.

Mobiles Grünes Zimmer

Im Sommer 2018 war ein Mobiles Grünes Zimmer auf Tour in Ludwigsburg. Auf besonders heißen öffentlichen Plätzen diente es als Kühloase, die Schatten spendet und zum Ausruhen und Genießen einlädt. Es zeigte, welche Aufenthaltsqualität diese Orte durch den Einsatz grüner Architektur entwickeln können.

MGZ Tammer Platz
Tammer Platz, Eglosheim
MGZ Akademiehof
Akademiehof, Innenstadt
MGZ Neckarweihingen
Rathausplatz, Neckarweihingen
MGZ Grünbühl
Grünbühl-Sonnenberg

Broschüre Tipps für heiße Zeiten

Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen ist auch Vorsicht geboten. Mit der Broschüre „Tipps für heiße Zeiten“ informiert die Stadt über das beste Verhalten während der sommerlichen Hitzewelle: Darin enthalten sind konkrete Hinweise, wie man zum Beispiel einen Hitzschlag erkennt oder was bei der Ernährung zu beachten ist. Die Broschüre ist kostenlos an öffentlichen Auslagestellen der Stadt erhältlich, zum Beispiel im Rathaus-Foyer, im Kulturzentrum oder in der Tourist-Info im MIK an der Eberhardstraße 1.
 
In Ludwigsburg sind viele kühle Oasen zu finden, an denen es sich auch bei Hitze gut aushalten lässt – eine erste Übersicht ist in der Broschüre aufgelistet. Wer noch mehr kühle öffentliche Orte kennt: Immer her damit! Alle Hinweise an die E-Mail-Adresse klima@ludwigsburg.de werden von der Stadt gesammelt, getestet und in der Online-Stadtinfokarte https://klima.ludwigsburg.de veröffentlicht.

Allee zum Schloss