Rathaus ist jetzt eine Notinsel für Kinder

Das Ludwigsburger Rathaus hat nun eine weitere Funktion: Kinder, die sich nicht sicher oder bedrängt fühlen, finden hier Schutz und Hilfe. Was ein besonderer Aufkleber damit zu tun hat.

Das Rathaus ist jetzt eine sichere Anlaufstelle für Kinder – erkennbar an dem Notinsel-Aufkleber neben Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. (Foto: Benjamin Stollenberg)

Die Stadt engagiert sich seit vielen Jahren als Projektträger des bundesweiten Notinsel-Projekts der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Kindern, die sich unterwegs unsicher oder bedroht fühlen, bietet dieses Projekt verlässliche Anlaufstellen. Erkennbar sind diese durch den Notinsel-Aufkleber an Eingangstüren oder Fensterfronten. Auch das Rathaus in der Wilhelmstraße 11 ist nun eine solche verlässliche Anlaufstelle für Kinder.

Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht hat den Notinsel-Aufkleber selbst gut sichtbar an der Eingangstür des Rathauses angebracht. „Uns sind Menschen aller Generationen wichtig, aber Kinder sind oft besonders schutzbedürftig. Sie sollen bei uns jederzeit Hilfe und Fürsorge finden“, meint der Oberbürgermeister. „Es ist uns außerdem ein großes Anliegen, in Ludwigsburg ein möglichst flächendeckendes Netz von sicheren Orten für Kinder zu schaffen.“

Mitarbeitende wurden geschult

Im Rathaus wurden die Mitarbeitenden am Empfang sowie in der Botenmeisterei entsprechend geschult, wie sie auf Kinder in Notsituationen reagieren können. Eine Mitarbeiterin an der Rathaus-Information konnte bereits einem Kind helfen, das an der Bushaltestelle seine Mutter verloren hatte. Die Federführung für das Notinsel-Projekt in Ludwigsburg liegt bei Meike Pirkner, der Beauftragten für die kommunale Kriminalprävention.

Die Präventionsbeauftragte sucht auch die Zusammenarbeit mit den Stadtteilbeauftragten, um das Projekt weiter voranzutreiben. „Vor allem jüngere Kinder bewegen sich häufig fast nur in ihrem sozialen Nahbereich“, erklärt Meike Pirkner. „Deshalb ist es wichtig, dass dort das Angebot an sicheren Orten wie Notinseln besteht und die Kinder sie auch kennen.“ Die Resonanz bei lokalen Geschäften und Einrichtungen ist groß; so gibt es im Stadtgebiet zwischenzeitlich 128 Notinseln.

Aufklärung in Schulen und Kitas

Der Präventionsbeauftragten ist auch die Aufklärung in den Schulen und Kindergärten wichtig: „Die Notinsel-Orte können nur als Anlaufstellen dienen, wenn die Kinder sie kennen.“ Deshalb sollten die Schulen das Projekt möglichst in ihren Unterricht integrieren und Kindergärten das Thema beispielsweise im Morgenkreis besprechen.

Weitere Informationen und eine Übersicht aller Notinsel-Standorte sind auf der Projektwebsite unter www.notinsel.de zu finden. Interessierte können sich außerdem an Meike Pirkner unter der E-Mail-Adresse kriminalpraevention@ludwigsburg.de wenden. (Karin Brühl)

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