StadtTicket-Aus ab 2027

Der Gemeinderat hat einer Kündigung des StadtTickets für den ÖPNV in Ludwigsburg zum Jahresende zugestimmt. Ein von der Stadtverwaltung präsentiertes SozialTicket als Alternative erhielt keine Mehrheit. Wie viel die Stadt jetzt einspart.

Zwei Busse an der Haltestelle Rathaus in Ludwigsburg
Das StadtTicket für Fahrten mit dem ÖPNV in Ludwigsburg gibt es nur noch bis Ende dieses Jahres. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

In seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch hat der Gemeinderat mit knapper Mehrheit von 17 Ja- und 14 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen eine Kündigung des StadtTickets zum Jahresende beschlossen. Das StadtTicket ist ein vergünstigtes Tagesticket für den ÖPNV in Ludwigsburg. Ein als Alternative präsentiertes SozialTicket erhielt dagegen keine Mehrheit. Damit erzielt die Stadt ab 1. Januar 2027 eine Kostenersparnis von bis zu 900.000 Euro. In der Vergangenheit hatte die Stadtverwaltung schon mehrere Vorstöße zur Kündigung des StadtTickets unternommen, bislang aber keine Zustimmung der Mehrheit des Gemeinderats erhalten.

„Unser Vorschlag zur Kündigung des StadtTickets und zur Einführung eines SozialTickets war eher aus der Not geboren und selbst für uns nicht wirklich überzeugend“, erklärte OB Dr. Matthias Knecht. „Jede andere Lösung hätte aber großen Verwaltungsaufwand geschaffen. Aufgrund unserer angespannten Haushaltslage sind wir gezwungen zu priorisieren, um handlungsfähig zu bleiben. Das StadtTicket ist zweifellos ein Erfolgsmodell. Die Kündigung ist aus Sicht der Verwaltung ein schmerzhafter, aber dennoch ein notwendiger Schritt. Und eine Ersparnis von 900.000 Euro ist ein Wort“, so der OB weiter.

Kosten für die Stadt in Höhe von bis 900.000 Euro

Das StadtTicket kostet für eine Einzelperson derzeit vier Euro, eine Gruppe zahlt acht Euro. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) wird zum 1. September 2026 die Preise auf 4,20 Euro und auf 8,40 Euro erhöhen. Dadurch steigen auch die Ausgleichsbeträge, welche die Städte an den VVS für jedes verkaufte StadtTicket zahlen müssen. Für die Stadt Ludwigsburg hätte dies Kosten in Höhe von bis zu 900.000 Euro bedeutet.

Eine Fahrgastbefragung aus dem Jahr 2025 zeigte jedoch, dass knapp 92 Prozent derer, die das Stadtticket kennen und nicht nutzen, bereits andere Ermäßigungen wahrnehmen. Zudem sind 90 Prozent der heutigen StadtTicket-Nutzenden bereit, auch höherpreisige Tickets zu erwerben und den ÖPNV weiterhin zu nutzen. Gravierende Auswirkungen auf die Attraktivität und die Nutzerzahl des ÖPNV sind somit bei einer Kündigung des StadtTickets durch Ludwigsburg nicht zu erwarten. Zudem stehen andere attraktive Angebote, wie beispielsweise das 10er-Tagesticket, zur Verfügung, das eine Alternative ganz ohne die finanzielle Subvention der Stadt bietet.

Keine Mehrheit für kostenloses 10er-Tagesticket

Auf Vorschlag des Gemeinderats präsentierte die Stadtverwaltung zudem ein SozialTicket, um Erwachsenen und Familien mit kleinem Geldbeutel eine Alternative an die Hand zu geben, sollte das Gremium das StadtTicket kündigen. Der Ansatz zum Erhalt eines SozialTickets hätte auf der bereits vorhandenen LB Card gefußt, welche Menschen mit Hauptwohnsitz in Ludwigsburg und geringem Einkommen beantragen können. Mit diesem Ausweis wird zudem ein Heft mit Gutscheinen für kostenlose Eintrittskarten und Ermäßigungen ausgegeben. Um hier eine Kompensation für das entfallende StadtTicket zu schaffen, hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, all jenen mit LB Card ein flexibel einsetzbares 10er-Tagesticket pro Jahr kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Dieses Alternativangebot hätte allerdings bei der Stadtverwaltung wiederum zu einem Mehraufwand und damit zu Ausgaben im städtischen Haushalt in Höhe von voraussichtlich 115.000 bis 230.000 Euro geführt. Die Einsparung durch die Kündigung des StadtTickets wäre demnach durch diesen Betrag wieder gesenkt worden. Der Gemeinderat lehnte das SozialTicket mit acht Ja- und 20 Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen ab. (Peter Spear)

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