Menschen in Ludwigsburg zufrieden mit ihrer Stadt
Die Ergebnisse einer Umfrage zum Leben in Ludwigsburg liegen jetzt vor. Die Befragten bewerten ihre Stadt grundsätzlich positiv, aber es gibt auch Bereiche, in denen Handlungsbedarf gesehen wird.
Die Stadt Ludwigsburg hat jetzt die Ergebnisse der Ludwigsburg-Umfrage vorgestellt, die in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule im Herbst 2025 durchgeführt worden war. Ziel des Projekts waren belastbare Daten zu den Lebensbedingungen, Einstellungen und Bedürfnissen der Bevölkerung, um eine empirische Grundlage für strategische Entscheidungen in Verwaltung und Politik zu schaffen. Mit 3.297 Teilnehmenden, was bei 10.000 angeschriebenen Personen einer Rücklaufquote von rund 33 Prozent entspricht, liefert die Zufallsstichprobe ein repräsentatives Bild über alle Stadtteile und Altersgruppen hinweg.
Ein zentrales Ergebnis der Studie: 86 Prozent der Befragten geben an, mit ihrem Leben insgesamt zufrieden zu sein, während 70 Prozent mit der Stadt Ludwigsburg als Ganzes zufrieden sind. Besonders das unmittelbare Wohnumfeld wird mit 76 Prozent Zustimmung sehr positiv bewertet.
Demgegenüber steht jedoch ein großes Problem: 87 Prozent der Befragten stimmten zu, dass es in Ludwigsburg schwierig ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Diese Einschätzung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Stadtteile und markiert den Wohnungsmarkt als das drängendste Handlungsfeld der kommenden Jahre.
Starkes Freizeitangebot und guter sozialer Zusammenhalt
Besondere Stärken der Stadt sind für die Teilnehmenden das breite Freizeit- und Kulturangebot: Jeweils rund 75 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit den kulturellen Einrichtungen sowie den Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Besonderer Publikumsmagnet sind dabei die Ludwigsburger Schwimmbäder, die von 74 Prozent über alle Generationen hinweg genutzt werden. Auch das Vereinsleben ist sehr rege: 42 Prozent der Teilnehmenden sind Mitglied in mindestens einem Verein.
Der soziale Zusammenhalt in den Ludwigsburger Quartieren wird insgesamt positiv bewertet, wobei 62 Prozent der Befragten ihrer Nachbarschaft vertrauen und mehr als die Hälfte von gegenseitiger Hilfe berichtet. Die Umfrage macht jedoch auch soziale Unterschiede sichtbar: Während bei den wirtschaftlich besser Gestellten zwei Drittel der Menschen Hilfe erfahren, trifft dies bei den finanziell Schwächeren nur auf knapp ein Drittel zu. Menschen in schlechterer wirtschaftlicher Lage bewerten auch ihr Wohnumfeld mit Grünanlagen, Cafés und Plätzen deutlich seltener als geeignet für Begegnungen als wirtschaftlich besser gestellte Gruppen.
Geänderte Prioritäten bei den Haushaltsausgaben
Die Wünsche der Bürgerschaft für städtische Ausgaben haben sich im Vergleich zur letzten Bürgerumfrage 2022 von langfristigen Zukunftsthemen hin zu alltagsnaher Grundversorgung und sozialer Infrastruktur verschoben: Die Menschen fordern Mehrausgaben für Wirtschaftsförderung, Kinderbetreuung und Schulen sowie für Sportanlagen oder Wohnungsbau.
Demgegenüber steht ein Rückgang bei Nachhaltigkeitsthemen: Die Bereitschaft, mehr Geld für Energiewende und Klimaschutz auszugeben, sank. Auch Spielplätze, Grünflächen und der Ausbau des Radwegenetzes verloren an Priorität. Neben den Themen Wohnen, Bildung und Betreuung sehen die Befragten allerdings beim öffentlichen Nahverkehr besonderen Handlungsbedarf: Die Zufriedenheit mit Bus und Bahn sank im Vergleich zu 2022 um acht Punkte auf 62 Prozent.
Verwendung der Ergebnisse für die Stadtentwicklung
Die Ergebnisse sollen helfen, Maßnahmen der Stadtentwicklung gezielter anzugehen, etwa in den Bereichen kulturelles Leben und sozialer Zusammenhalt, Sport und Gesundheit oder Infrastruktur und Mobilität. Die Umfrage unterstützt so auch bei konkreten Projekten wie etwa der Planung von neuen Begegnungsorten.
Allgemein bieten die Ergebnisse eine breite Informationsquelle und fundierte Datengrundlage für die Stadtverwaltung zu vielen verschiedenen Themen. Sie ergänzen insbesondere die vorhandenen statistischen Daten um die subjektiven Perspektiven der Menschen in Ludwigsburg. (Clemens Flach)