WengertWäg macht Steillagen erlebbar
In den Weinbergen zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler gibt es nun einen circa vier Kilometer langen Erlebnisweg. Was die Menschen dort auf dem Weg erwartet und was noch geplant ist.
Mit dem Wander- und Informationsweg „WengertWäg“ will die Stadt die terrassierten Weinbergsteillagen erlebbar machen. Ein erster, etwa vier Kilometer langer Abschnitt ist nun fertiggestellt und mit Informationstafeln ausgestattet. Diese thematisieren die Geschichte des Weinbaus, die Arbeit der Weingärtner*innen sowie Flora und Fauna in den Steillagen.
Die terrassierten Weinbergsteillagen sind die prägende Kulturlandschaft des Landschaftsraums Neckartal. Vor mehreren hundert Jahren wurde in mühsamer Handarbeit über Generationen hinweg die Terrassierung für den Anbau der Reben geschaffen. Heute ist diese Landschaft immer noch von großer Bedeutung für den regionalen Weinbau. Sie ist aber auch ein wichtiges Naherholungsgebiet und bietet einen wertvollen Lebensraum für wärmeliebende und häufig geschützte Tier- und Pflanzenarten.
Unterstützung durch Lions Club
Der Erlebnispfad WengertWäg soll diese Kulturlandschaft mit ihrer Steilheit und Exponiertheit für die Bevölkerung erlebbar machen. Die Stadt konnte den Ausbau des ersten Abschnitts mit seinen Infotafeln dank einer finanziellen Unterstützung durch den Lions Club Ludwigsburg-Monrepos in Höhe von 15.000 Euro realisieren.
„Ohne diese großzügige Förderung hätten wir das Projekt nicht umsetzen können“, erklärt Bürgermeister Sebastian Mannl. „Insofern geht ein großer Dank der Stadt Ludwigsburg an den Lions Club. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag, den Menschen die Natur und Kultur in den Weinbergsteillagen nahezubringen und den Stellenwert dieser Landschaft zu verdeutlichen.“
Zehn Informationstafeln
Der etwa vier Kilometer lange Abschnitt des WengertWägs kann als Rundweg begangen werden. Er startet in den Weinbergen bei Neckarweihingen und verläuft in Richtung Poppenweiler. Eine Parkmöglichkeit besteht am Parkplatz Nussbäumle an der Lechtstraße. Auf dem Weg informieren insgesamt zehn Schautafeln aus Glas zum Beispiel über die Geschichte des Weinbaus oder prominente Namensgeber für Weinsorten wie den Arzt und Dichter Justinus Kerner und den Weinbau-Experten Immanuel Dornfeld.
Andere Tafeln bieten Hintergründe zur Geologie der Steillagen, zu den Pflanzen im Weinberg sowie zu seinen tierischen Bewohnern. Für Erheiterung sorgt sicherlich die Infostation zum „Semsakrebsler“ – der schwäbische Ausdruck für Weinreben, die sich an Hauswänden (Simsen) emporranken (klettern/krebseln) und in der Regel eher einen sehr sauren Wein ergeben.
In Abhängigkeit von der Haushaltslage der Stadtverwaltung ist geplant, den WengertWäg weiter auszubauen. Dann könnten zum Beispiel noch Spielstationen, Rastplätze und Querungen durch die Steillagen entstehen. Eine entsprechende Förderzusage des Verbands Region Stuttgart liegt der Stadt vor. (Karin Brühl)