Millionen-Förderung vom Wirtschaftsministerium
Land finanziert Innovationslabor für Gründungsprojekte im Franck-Areal
Junge Unternehmen bekommen in Ludwigsburg bessere Startbedingungen: Das neue Innovationslabor auf dem Franck-Areal erhält eine Million Euro Förderung. Das unterstreicht die landesweite Auszeichnung von Ludwigsburg als „gründungsfreundliche Kommune“.
Für das Konzept „Ludwigsburg gründungsfreundlich“ ist die Wirtschaftsförderung der Stadt bereits vom Land Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Letzte Woche hat Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, eine weitere Förderung in Höhe von einer Million Euro für Ludwigsburg bekanntgegeben.
„Wir freuen uns sehr, dass die Landesregierung das Konzept für unser Technologielabor auf dem Franck-Areal ausgewählt hat“, sagt Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Aktuell ist die Förderung von Gründung und Innovation durch das Land wichtiger denn je für Ludwigsburg und die Region als Standort. Unsere Wirtschaftsförderung will besonders innovative Akteure aus der Stadt an einem Ort vereinen: Was hier im Versuchsraum entsteht, kann die Transformation der ganzen Wirtschaft voranbringen.“
Kreative Energie und neue Technologie
Schon heute ziehen die besonderen Räume auf dem Franck-Areal kreative Köpfe und Pioniere an. Gastronomie- und Kultur-Angebote wie das „Hi.Francky“, der Club „Alte Rösterei“ und das Eventcenter „Raum 80“ oder das Kreativlabor Tinkertank und die vielen unterschiedlichen Start-ups und Kreativschaffenden im Laborgebäude 79, auf das sich diese Förderung bezieht, zeigen das Potenzial des Orts.
„Die kreative Energie, die sich auf dem Areal entfaltet, ist ein starkes Zeichen für das Ludwigsburg von morgen“, erklärt Baubürgermeisterin Andrea Schwarz und ergänzt: „Mit der Förderung unterstützt das Land unsere Planung für das gesamte Areal. Wir wollen dort bestehende Gebäude mit innovativen Ideen anders denken und weiterentwickeln. Schritt für Schritt entsteht so ein vielfältiges urbanes Quartier.“
Offener Raum für Gründungen und junge Unternehmen
Mit einem Förderantrag in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro entwickelt die Stadt das Gebäude 79 als Gründungslabor auf dem Franck-Areal weiter. Rund 80 Prozent der Summe, etwa eine Million Euro, werden über das EFRE-Programm finanziert, das zur Hälfte aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes gespeist wird. Ziel ist es, das ehemalige Laborgebäude der Firma Nestlé auf dem alten Industrieareal zu einer modernen Infrastruktur für Zukunftstechnologie und Kreativwirtschaft umzubauen.
Das Konzept „Ludwigsburg gründungsfreundlich“ schafft Orte für Innovation in der Stadt. Auf dem Franck-Areal im Gebäude 79 wird unter dem Titel „Franck Tank“ der Kreativ- und Innovationsraum zur Entwicklung technologischer und kreativer Ideen und Produkte eingerichtet. Der „Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg“ im Erdgeschoss, der bereits vom Verband Region Stuttgart gefördert wird, soll die Entwicklung von Prototypen und Geschäftsmodellen fördern. Das Kreativlabor Tinkertank, eine Initiative der Interactive Media Foundation gGmbH, setzt diesen gemeinsam mit der Stadt um. Tinkertank trägt technisches und kreatives Know-how und Maschinen bei, die Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg berät zu betriebswirtschaftlichen Themen. Weiterer Schwerpunkt ist die Vernetzung mit etablierten Unternehmen.
Gebäude 79 wird nachhaltig modernisiert
Die Grundlage ist eine Machbarkeitsstudie des Büros Robi Wache Architekten, bekannt durch das Wizemann-Areal in Stuttgart. Geplant sind unter anderem eine Öffnung des Gebäudes, neue Raumzuschnitte, moderne Sanitäranlagen und eine Erneuerung der Elektrik. Zudem soll das Gebäude nachhaltig energetisch ertüchtigt und mit einer zukunftsfähigen Energieversorgung ausgestattet werden.
In dem Gebäude sollen künftig KI- und Digitallabore der Kreativwirtschaft entstehen. Ergänzt werden diese durch Werkstatträume für leichte Produktion, Start-up-Flächen und flexible Räume für eine innovative Nutzung. Das Gebäude soll damit beispielhaft aufzeigen, wie das gesamte Franck-Areal künftig entwickelt und genutzt werden kann.
Tinkertank als Herzkammer schon eingezogen
Bereits Anfang Mai ist das Kreativlabor Tinkertank in das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss eingezogen. Als Herzkammer des neuen Standorts öffnet Tinkertank in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung unter dem Titel „Tinkertank Co-Making-Space Ludwigsburg“ die Räumlichkeiten zwei Mal im Monat für eine offene Gründungswerkstatt.
Parallel dazu führt die Stadt derzeit Gespräche mit den Hochschulen der Region über mögliche Nutzungen im Gebäude. Auch Fachbereiche der Stadtverwaltung prüfen gerade, ob sie selbst Räume nutzen möchten. Darüber hinaus haben bereits mehrere Start-ups Interesse angemeldet. Die Stadt sucht weiter nach passenden Unternehmen aus dem Bereich der Zukunftstechnologien, die das entstehende Innovationsumfeld auf dem Franck-Areal mitgestalten möchten.
„Mit dem ‚Franck Tank‘ entsteht ein offenes Innovationslabor, in dem neue Technologie und urbane Produktion zusammenkommen. Das Vorhaben schafft flexible Werkstatt-, Labor- und Modell-Räume für Start-ups, Kreativschaffende, Hochschulen und technologieorientierte Unternehmen“, heißt es dazu überzeugt in der Bekanntgabe der Landesförderung durch das Wirtschaftsministerium. „Durch die Verbindung von KI, digitalen Medien, Handwerk und moderner Fertigung werden neue Ideen entwickelt, getestet und in marktfähige Produkte überführt. Der ‚Franck Tank‘ stärkt regionale Innovationskraft, fördert sektorübergreifende Kooperationen und eröffnet neue Formen nachhaltiger und kreativer Wertschöpfung.“