Heimatstube Pflugfelden

Beim Rathaus 4, 71636 Ludwigsburg


Sanierung und Umnutzung

Projektdaten

Bauherrin: Stadt Ludwigsburg
Konzept, Projektsteuerung, Entwurf, Planung und Bauleitung: Fachbereich Hochbau und Gebäudewirtschaft
Baukosten: circa 180.000 Euro
Bauzeit: Oktober 2016 bis Februar 2020

Projektbeschreibung

Restauratorische Voruntersuchung

Das Gebäude wurde 1851 als Rathaus erbaut. Seit 1867 war im Erdgeschoss die Ausrüstung der Feuerwehr Pflugfelden untergebracht. In jüngster Vergangenheit war im Obergeschoss ein Polizeiposten eingerichtet. Die restlichen Räume, die als Wohnung vermietet waren, wurden im Jahr 2016 frei und konnten als Büro- und Ausstellungsräume für den Heimatverein Pflugfelden umgenutzt werden.

Vor dieser Nutzung waren umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Ziel war die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber als erhaltenswert eingestuft und wegen seiner ortsbildprägenden Wirkung in die Erhaltungssatzung aufgenommen. Im Vorfeld wurde deshalb eine restauratorische Untersuchung vorgenommen. Anhand der Befunde, alten Fotografien und Erfahrungswerten wurden feinfühlige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um das ehemalige Rathaus wieder in sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzuversetzen.

Umfangreiche Sanierung

Zu Beginn der Arbeiten wurden nachträglich angebrachte Einbauten entfernt und abgängige Bauteile an der Sandsteinfassade, am Dach und im Holzgebälk ausgetauscht. Die historische Treppe wurde aufgearbeitet und die ursprünglichen Handläufe nachgebildet. Die Räume im Dachgeschoss wurden mit einer Wärmedämmung versehen. Als besonderer Blickfang wurde der alte Glockenstuhl aufgearbeitet, freigelegt und mit einem Oberlicht versehen. Die historische Farbgebung an Fassade, Fenstern, Fensterläden, Innenwänden und Türen wurden wieder hergestellt.

Die kompletten Haustechnikinstallationen und Sanitärbereiche wurden erneuert und für Austellungs- und Büronutzungen vorbereitet. Nachdem der Polizeiposten im Jahr 2019 aufgegeben wurde, konnten auch diese Räume im Obergeschoss entsprechend saniert und der Heimatstube zugeschlagen werden. Die Maßnahme wurde aus städtischen Mitteln, Eigenleistungen des Vereins und Spenden finanziert.