Ludwigsburger Klimabündnis

Gemeinsam vor Ort die Umwelt schützen – das Klimabündnis als Antwort auf die Klimakrise

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – im Ludwigsburger Klimabündnis nehmen wir uns dieser Aufgabe an!

Das Ludwigsburger Klimabündnis ist der Zusammenschluss von Vereinen, Verbänden, Initiativen, Religionsgemeinschaften, Kirchen, Einzelpersonen, Unternehmen und der Stadt Ludwigsburg, um den Klimaschutz vor Ort zu stärken. Fester Bestandteil des Klimabündnisses sind die gemeinsam ausgearbeiteten Maßnahmen, das Unternehmensnetzwerk, die (noch nicht ausgearbeitete) Resolution, die Selbstverpflichtung und eine Menge Öffentlichkeitsarbeit.

Doch wie kam es dazu? Im Juli 2019 ging der Antrag, den Klimanotstand auszurufen, im Gemeinderat ein. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Jedoch nicht, weil Ludwigsburg den Klimaschutz nicht ernst nimmt, sondern, weil lediglich ein symbolisches Ausrufen des Klimanotstands uns nicht weit genug geht. Ludwigsburg möchte mehr machen als Symbolpolitik! Und so wurde das Klimabündnis gegründet – um gemeinschaftlich und aus der Mitte der Gesellschaft heraus die Klimakrise anzupacken.

Drei Maßnahmen für dieses Jahr

Eine klimaneutrale Stadt – für dieses ambitionierte Ziel hat das Ludwigsburger Klimabündnis bereits drei konkrete Maßnahmen beschlossen, die in diesem Jahr angepackt werden sollen.

Eine der Maßnahmen ist die Solaroffensive. Innerhalb eines Jahres sollen in Ludwigsburg 100 neue Solaranlagen entstehen. Die zweite Maßnahme widmet sich der Verkehrswende Innenstadt. Eine Entwicklung weg vom motorisierten Individualverkehr und mehr Platz für Fahrräder und Fußgängerinnen und Fußgänger ist erwünscht. Maßnahme Nummer Drei lautet Grün in der Stadt. Unter diesem Motto sollen Böden entsiegelt, Raum für Begrünung und insektenfreundliche Anlagen geschaffen sowie Urban Gardening-Projekte realisiert werden.

Erarbeitet wurden diese Maßnahmen gemeinsam im Bündnis. Je eine Arbeitsgruppe aus Freiwilligen bringt die Maßnahmen in weiteren Schritten von der Idee zur Praxis.

Ein Netzwerk im Bündnis

Einige Firmen haben sich zu einem Unternehmensnetzwerk innerhalb des Klimabündnisses zusammengeschlossen, um ihren Teil beizutragen. Im Bündnis wollen die Unternehmen voneinander profitieren und dadurch das gemeinsame Ziel der Klimaneutralität besser vorantreiben.

Angedacht ist unter anderem ein regelmäßiger Austausch mit Best-Practice-Beispielen: einzelne Unternehmen können ihre Umsetzungen für einen besseren Klimaschutz vorstellen, damit andere von diesen Beispielen lernen können. Zudem kann eine Kooperation in der Öffentlichkeitsarbeit Zeit und Ressourcen sparen. Doch nicht nur der Austausch, auch weitere Vorteile des Netzwerks – wie eine Vorreiterfunktion in Sachen Klimaschutz – sind für die Unternehmen bedeutend.

Festhalten und weitergeben

Um einen Rahmen zu formulieren, was das Ludwigsburger Klimabündnis ist und was es bewirken kann, wird eine Resolution angestrebt. Dort sollen die zentralen Punkte festgehalten und als gemeinsamer Konsens von allen Mitgliedern des Bündnisses unterzeichnet werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Klimabündnisses wird die Selbstverpflichtung sein. In der soll jede Person, jede Initiative und jede Firma den Beitrag, den sie leisten möchte, individuell festschreiben.

Ein besonderes Augenmerk gilt auch Öffentlichkeitsarbeit für das Klimabündnis. Sie ist das A und O für den Erfolg der Projekte, Aktionen und Maßnahmen des Klimabündnisses. So werden die Erfolge an die breite Öffentlichkeit getragen und zur Nachahmung animiert. Klimaschutz kann jede und jeder und um Klimaneutralität in Ludwigsburg Wirklichkeit werden zu lassen, brauchen wir alle.

Ein Bündnis für alle!

Zwar gibt es das Ludwigsburger Klimabündnis seit nun mehr als einem Jahr, interessierte Personen sind jedoch auch jetzt – und jederzeit – eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen. Einbringen kann man sich ganz nach individuellem Zeitbudget und Vorlieben. Unsere Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig und freuen sich immer über neue Gesichter und frischen Wind.

Momentan gibt es die Möglichkeit, sich in der AG Solaroffensive, AG Verkehrswende Innenstadt, AG Grün in der Stadt, AG Öffentlichkeitsarbeit oder dem Unternehmensnetzwerk (als Unternehmen) einzubringen.

Auftakt

Was können wir selbst für die Umwelt tun? Darüber haben die Teilnehmer beim Auftakttreffen diskutiert. (Foto: Benjamin Stollenberg)

Im Kulturzentrum haben sich am 25. Juli 2019 mehr als 60 engagierte Vertreter aus vielen Bereichen der Stadtgesellschaft getroffen. Sie wollen miteinander daran arbeiten, den Klimaschutz im Alltag zu stärken.

„Wir stellen heute nichts vor“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Nießen gleich zu Beginn der Auftakt-Veranstaltung für das Klimabündnis zu den Teilnehmenden. „Es ist schon viel darüber berichtet worden, was die Stadt beim Klimaschutz tut. Heute hören wir Ihnen zu, und wir führen einen Dialog auf Augenhöhe“, beschrieb sie die Vorgehensweise und ergänzte: „Wir wollen keine Symbolpolitik machen, sondern zusammen daran arbeiten: Welche Maßnahmen können wir für den Klimaschutz im Alltag ergreifen?“

Um das große Ziel gemeinsam zu erreichen, klimaneutrale Stadt zu werden, hatte die Verwaltung zu einem breiten gesellschaftlichen Klimabündnis eingeladen. Insgesamt 60 Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbänden und Initiativen, auch von Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften in Ludwigsburg, waren dem Ruf gefolgt und trafen sich am 18. Juli zum Auftakt des Bündnisses im Kulturzentrum.

„Handfeste Maßnahmen“ gefordert

Schon die ersten Statements bei dem Treffen waren engagiert: „Wir haben genug Solidaritätsbekundungen bekommen“, erklärte der Vertreter von ‚Fridays for Future‘ in Ludwigsburg, „jetzt brauchen wir endlich Resultate!“ Auch der Vertreter der Solarinitiative forderte „handfeste Maßnahmen, die für jeden von uns nachvollziehbar sind“. Mit dabei waren auch die Foodsharing-Initiative, das Eine-Welt-Forum, die Radinitiative, die Fairtrade-Agendagruppe, die Nachhaltigkeits-Guides, das Projekt „Bus auf Beinen“ und viele weitere, ehrenamtlich aktive Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger sowie mehrere Mitarbeitende der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe.

Gabriele Nießen als Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften führte ins Thema ein. Mit ihrer Stabsstelle „Klima, Energie und Europa“ ist sie auch verantwortlich für die vielfältige Projektarbeit der Stadt beim Schutz der Umwelt. Xenia Jakubek von der Stabsstelle moderierte den Abend mit Helmut Bauer vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, das den Prozess begleitet.

Konzentrierte Arbeit in drei Diskussionsrunden

Die beiden Klimaexperten lenkten routiniert durch die drei Diskussionsrunden. An fünf Gruppentischen erarbeiteten die Teilnehmenden jeweils die wichtigsten Aufgaben, Inhalte und Ziele für das Klimabündnis.

Die Zwischenergebnisse wurden in der großen Runde vorgestellt, weiter diskutiert und schließlich konkret in Maßnahmen gefasst: zum Beispiel plastikfreie Veranstaltungen, das Aufforsten von Wäldern, eine umweltfreundlichere Landwirtschaft, eine übergreifende Fachberatung für Klimaschutz zu allen Themen – von der Dachbegrünung bis hin zum Recycling. Außerdem wurde eine Plattform für den Austausch untereinander angeregt.

Die Ergebnisse werden von der Stadt aufbereitet und beim nächsten Treffen für die Arbeit am Klimabündnis aufgegriffen: „Unsere Zusammenarbeit war sehr motivierend – das ‚Wir-Gefühl‘ war schon da“, fand Moderatorin Jakubek. „Wir alle wollen aktiv als Teilnehmer am Klimabündnis mitwirken, uns vernetzen und das Engagement weiter in die gesamte Stadt tragen.“

„Klimaschutz kann Spaß machen“

Bürgermeisterin Nießen freute sich sehr über die tolle Resonanz und die konzentrierte Arbeitsweise. Sie versprach für das nächste Mal: „Dann machen wir gemeinsam aus, welche Initiativen, Vereine und Bewegungen welche Maßnahmen umsetzen.“

Nießen begründete ihr Engagement für das Bündnis persönlich: „Das ist dringend notwendig, denn es ist höchste Zeit zu handeln. Wir brauchen eine Änderung im Bewusstsein und im Verhalten. Klimaschutz wird so selbstverständlich für den Alltag, und die vielen kleinen Erfolge können dabei auch Spaß machen.“ (Clemens Flach)

Schon 16 Firmen machen mit

Treffen mit Bürgermeisterin Gabriele Nießen

Gabriele Nießen, Ludwigsburgs Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften, hat sich am 15. Oktober 2019 auch mit Vertretern von 16 Firmen getroffen, um beim Unternehmerfrühstück über eine mögliche Zusammenarbeit im Klimaschutz zu sprechen.

„Ich freue mich sehr, dass so viele engagierte Unternehmen unserer Einladung gefolgt sind“, erklärt die Bürgermeisterin, in deren Dezernat auch das Thema Klimaschutz mit einer eigenen Stabsstelle Klima, Energie und Europa angesiedelt ist.

Die meisten der teilnehmenden Firmen engagieren sich bereits für das Klima, vom Mobilitäts-Management mit begrünten Fahrrad-Garagen auf dem Firmengelände bis hin zu Klimaschutz-Apps und einem papierlosen Büro. Die Unternehmen machen also schon viel zum Klimaschutz, gemeinsam wollen sie für aktuelle und künftige Klimaprojekte werben, sich vernetzen und miteinander austauschen – bis hin zu gemeinsamen Aktionen. Der Grundstein dafür wurde an diesem Vormittag gelegt, beim nächsten Treffen im Dezember soll die Struktur eines Unternehmens-Zusammenschlusses weiter ausgearbeitet werden.

Ziel des Ludwigsburger Klimabündnisses ist es, die gesamte Stadt beim effektiven Klimaschutz einzubinden. Mit dem Unternehmer-Treffen wurden interessierte Firmen an einen Tisch geholt, um sie für das Ludwigsburger Klimabündnis zu gewinnen. Und die Anwesenden waren sich einig: Sie möchten sich aktiv im Klimaschutz und im Klimabündnis in ihrer Stadt einbringen.

Drei Maßnahmen für Klimaschutz 2020

Zweites Treffen am 23. Oktober

Endlich konkret ins Handeln kommen – unter diesem Motto stand das zweite Treffen des Ludwigsburger Klimabündnisses am Mittwoch, 23. Oktober 2019. Dabei wurden drei große Klimaschutzmaßnahmen festgelegt, die im Jahr 2020 umgesetzt werden sollen. Die Vertreter der verschiedenen Institutionen, Vereine und Unternehmen vor Ort, von denen sich viele schon jahrelang mit dem Thema Klimaschutz intensiv beschäftigen.

Bereits ab 18 Uhr konnten sich die Teilnehmenden auf einem Markt der Möglichkeiten über Konzepte und Ideen für ein klimafreundlicheres Ludwigsburg informieren. Um 19 Uhr begrüßte Gabriele Nießen, Ludwigsburgs Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften, gemeinsam mit Nora Oehmichen von Parents for Future die rund 80 Teilnehmenden. Sie machten deutlich, wie wichtig schnelles und effektives Handeln ist, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und dessen Folgen abzuschwächen. Deshalb sollten die Maßnahmenvorschläge auch bestimmte Kriterien erfüllen, um einen möglichst großen Effekt zu erzielen: Diese sollten zum einen finanzierbar, messbar, öffentlichkeitswirksam, realistisch im Jahr 2020 umsetzbar sein und möglichst viele gesellschaftliche Bereiche gleichermaßen miteinbeziehen.

Gunda Rosenauer, Professorin für Psychologie an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg, moderierte den weiteren Verlauf des Abends und stellte die Anforderungen an die Maßnahmen vor. Die Teilnehmenden fanden sich in Kleingruppen zusammen und bündelte die Ideen. Jede Gruppe hatte im Anschluss die Möglichkeit, dem Plenum ihre ein bis zwei ausgearbeiteten Maßnahmenvorschläge vorzustellen.

Die drei wichtigsten Maßnahmen wurden mit einem Punktesystems durch das Mehrheitsprinzip festgelegt: Als erste Maßnahme soll ein Konzept für eine autofreie Innenstadt erarbeitet werden. Die zweite Maßnahme beschäftigt sich mit der Entsiegelung von Flächen und dem Schaffen einer bienenfreundlicheren Umgebung. Die dritte Maßnahme legt den Schwerpunkt auf den Ausbau der Solarenergie in Ludwigsburg.
 

Alle Teilnehmenden konnten sich daraufhin aussuchen, an welcher der drei Maßnahmen sie sich beteiligen wollen. Nachdem das zweite Treffen des Ludwigsburger Klimabündnisses zu einem positiven Abschluss kam, wurde noch ein kurzer Ausblick für das weitere Vorgehen gegeben. In der nächsten Zeit soll die Vernetzung der einzelnen Gruppen über die Plattform „WeChange“ erfolgen und über einen Resolutionsentwurf abgestimmt werden.

Kick-Offs für die drei Maßnahmen

Im Januar fanden die Kick-Offs für die drei Maßnahmen des Ludwigsburger Klimabündnisses für das Jahr 2020 statt. Grün in die Stadt (und insektenfreundliche Entsiegelung), Solaroffensive und Verkehrswende waren die Themen, zu denen sich die Teilnehmenden an drei Abendenden die Köpfe zerbrochen haben, wie es weitergehen kann. Und das sind die Ergebnisse:

Künftig wird man in Ludwigsburg unter der Solaroffensive eine breit angelegte Kampagne verstehen, die zum Ziel hat, 100 neue Solaranlagen zu realisieren. Grün in die Stadt (und insektenfreundliche Entsiegelung) wird zunächst in zwei Richtungen weiter gedacht: Bienenweiden und Urban Gardening. Zu beiden Projektideen werden als nächsten Schritt Konzepte ausgearbeitet. Das Thema Verkehrswende in der Innenstadt erregte die Gemüter beim Kick-Off auf sehr verschiedene Weise. Dennoch konnte als Ziel für eine Verkehrswende in der Innenstadt unter anderem die Aufenthaltsqualität bei gleichzeitiger Verträglichkeit der Maßnahmen mit den Interessen der innerstädtischen Akteure festgehalten werden. Von diesen Zielen ausgehend, wird bei einem kommenden Treffen nach einer gemeinsamen Lösung gesucht.

Da die Kick-Offs den Start zur Umsetzung der Maßnahmen bedeuten, können wir gespannt bleiben, wie sich das Klimabündnis weiter entfalten wird. Mit Sicherheit gehen davon spannende Impulse für Stadt und Gesellschaft aus, die den Klimaschutz voran bringen.

 

Kontakt

Stabsstelle
Klima, Energie und Europa
Wilhelmstraße 5
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Steffen Weeber
Tel.: 07141 910-2570
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