Interview mit

Marco Schreier (Mineralienhandlung GmbH)

zu Energieerstberatung

Die Marco Schreier Mineralienhandlung GmbH hat 2025 eine kostenlose Energieerstberatung der Energieagentur Kreis Ludwigsburg in Anspruch genommen – und war begeistert. Die Beratung spart Unternehmen nicht nur jede Menge Zeit, sondern schafft auch Klarheit, Orientierung und eine solide Grundlage für die nächsten Schritte. 

Herr Schreier, Sie haben eine kostenlose Energieerstberatung für Unternehmen der Energieagentur Kreis Ludwigsburg in Anspruch genommen. Was hat Sie dazu bewogen?

Anfang der 1990er Jahre habe ich die Liegenschaft Im Osterholz 1 in Ludwigsburg erworben, um der Marco Schreier Mineralienhandlung GmbH Raum für weiteres Wachstum zu geben. Ab 1992 wurden die Gebäude in mehreren Bauabschnitten aufwendig saniert – stets mit dem Ziel, die historische Substanz zu erhalten und gleichzeitig zeitgemäße Nutzungen zu ermöglichen. Die Bauabschnitte waren 1996 abgeschlossen und entsprachen damals energetisch und technisch dem Stand der Technik.
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Viele der damaligen technischen Lösungen sind heute nicht mehr zeitgemäß und stehen im Widerspruch zu aktuellen Anforderungen.
Da nun erneut Sanierungsmaßnahmen anstehen und ich dabei sowohl rechtliche Vorgaben als auch wirtschaftliche und denkmalpflegerische Aspekte berücksichtigen möchte, war es mir wichtig, eine fundierte und unabhängige Ersteinschätzung zu erhalten.

Bei der Beratung können Schwerpunkte je nach Bedarf (z. B. Gebäudehülle, Wärmeerzeugung) analysiert werden – welche waren das bei Ihnen?

Wir haben uns bewusst auf die Bereiche konzentriert, in denen wir den größten Handlungsbedarf sehen. Ein Schwerpunkt war dabei die Gebäudehülle, da Dämmung, Fenster und bauliche Substanz entscheidend für den Energieverbrauch sind.
Ein weiterer Fokus lag auf der Wärmeerzeugung. Die bestehende Gasheizung stammt noch aus der früheren Sanierungsphase und entspricht weder den heutigen Effizienzanforderungen noch den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Auch die Beleuchtung wurde betrachtet. Gerade in Arbeits-, Lager- und Seminarräumen besteht Potenzial, durch moderne, energieeffiziente Beleuchtungssysteme den Stromverbrauch zu senken, ohne dabei die Qualität der Ausleuchtung zu beeinträchtigen.

Welche konkreten Learnings haben Sie aus der Beratung mitgenommen?

Planung und Umsetzung einer energetischen Sanierung ist heute ein hochkomplexes Unterfangen. Im Vergleich zu früher lassen sich solche Maßnahmen nur noch mit spezialisierten Fachleuten sinnvoll realisieren.
Ein Beispiel aus unserer Planung verdeutlicht das sehr gut: Um den laufenden Betrieb nicht zu unterbrechen, hatten wir vorgesehen, das Dach abzudecken, die Dämmung von außen einzubringen und anschließend das Dach wieder neu einzudecken. Uns war jedoch nicht bewusst, dass in Baden-Württemberg seit 2023 bei einer Neueindeckung des Daches die Installation einer Photovoltaikanlage verpflichtend ist.
Wir können daher jedem Unternehmen nur dringend empfehlen, sich möglichst frühzeitig mit dem Thema energetische Sanierung auseinanderzusetzen und die kostenlose Energieerstberatung in Anspruch zu nehmen. Im Anschluss sollte man sich zeitnah um einen geeigneten Energieberater bemühen.

Welche Maßnahmen haben Sie in Anschluss an die Erstberatung in Angriff genommen und zeigen sich bereits erste Erfolge?

Wir sind sehr systematisch vorgegangen. Im ersten Schritt haben wir gemeinsam mit einem Energieberater den Ist-Zustand der Gebäudehüllen sowie der bestehenden Heizungsanlagen detailliert erfassen und bewerten lassen. Diese Bestandsaufnahme war die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.
Darauf aufbauend wurde im zweiten Schritt der zukünftige Energiebedarf ermittelt, insbesondere im Hinblick auf eine neue, nachhaltige Wärmeerzeugung.
Im dritten Schritt wurde geprüft, inwieweit die vorhandenen Heizkörper und Leitungen bei der favorisierten Wärmepumpenlösung weiter genutzt werden können oder wo ein Austausch technisch notwendig ist.
Sobald die endgültige Entscheidung zur neuen Wärmeerzeugung getroffen ist, wird ein detaillierter Bauablaufplan erstellt und die Ausschreibungen vorbereitet. Unser Ziel ist es, die wesentlichen Baumaßnahmen bis Herbst 2026 abzuschließen, sodass wir zur nächsten Heizsaison mit einer modernen, umweltfreundlichen Heiztechnik in Betrieb gehen können.

Würden Sie die Erstberatungen anderen Unternehmen weiterempfehlen?

Ja, absolut! Schon allein die Auswahl der passenden Energieträger und die Vielzahl möglicher Heizungsanlagen ist heute unüberschaubar. Hinzu kommt, dass energetische Sanierungen fast immer mit notwendigen und flankierenden baulichen Maßnahmen verbunden sind. Genau hier ist die Energieerstberatung ein hilfreiches Instrument, um eine erste realistische Einschätzung zu bekommen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die enorme Zeitersparnis. Der Aufwand, sich selbst durch Gesetzestexte, technische Optionen und widersprüchliche Informationen zu arbeiten, ist erheblich. Im Vergleich dazu ist die Inanspruchnahme der Energieerstberatung deutlich effizienter und zielführender. Sie schafft Klarheit, Orientierung und eine solide Grundlage für die nächsten Schritte.

Das komplette Interview finden Sie unter https://www.ludwigsburg.de/start/leben+in+ludwigsburg/klimaschutz+in+unternehmen/interview+energieerstberatung

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