Garten der Begegnung ist eröffnet
Ludwigsburg hat jetzt einen Garten der Begegnung. Dafür hat sich die Fläche am Rathaushof hinter dem „Grünen Zimmer“ in den vergangenen Wochen deutlich verändert – mit zusätzlichen Bäumen, mehr Spielmöglichkeiten und einem Informationsangebot zu Ludwigsburgs Klimapartnerschaften. Und es ist noch mehr geplant.
In den letzten Wochen wurde auf der Fläche am Rathaushof hinter dem sogenannten „Grünen Zimmer“ fleißig gebaut und gebaggert. Mehr Bäume sorgen für Schatten und Abkühlung, neue Sitzbänke für mehr Aufenthaltsqualität. Zentrales Element des umgestalteten Spielplatzes ist der Spielturm – mit Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen und Ausschau halten. Das in die Jahre gekommene „Burkinische Dorf“ wurde durch einen neuen Ort für die Klimapartnerschaften mit Kongoussi (Burkina Faso) und Ambato (Ecuador) ersetzt. Im südlichen Teil des Platzes wird außerdem der „Garten der Religionen“ entstehen.
Die umgestaltete und aufgewertete Fläche trägt nun den Namen „Garten der Begegnung“ und ist ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt der Stadt Ludwigsburg mit der Deutsch-Ecuadorianischen Gesellschaft, dem Förderkreis Burkina Faso und dem Dialog der Religionen. „Die Maßnahme sorgt für mehr Grün in der Stadt und ist ein Bestandteil unseres Klimaanpassungskonzepts “, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl. „Wir reagieren damit auf den Klimawandel sowie die steigende Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten. Vor allem im Innenstadtbereich wollen wir weitere Flächen entsiegeln und zusätzliche Verschattungen schaffen. Direkt auf dem Rathaushof sind unsere Möglichkeiten leider begrenzt – aber in seinem Umfeld ist es möglich. Dafür ist der Garten der Begegnung ein weiteres gelungenes Beispiel.“
35 Bäume gepflanzt
Im Zentrum des umgestalteten Platzes ist ein großer Sandspielbereich mit Spielturm, Rasenhügeln und Baumgruppen entstanden. Der bestehende Schnurbaum blieb erhalten, weitere 35 Bäume wurden gepflanzt. Die ausgewählten Arten (Schnurbäume, Trompetenbäume, Tamarisken und Blaseneschen) sind hitze- und trockenheitsverträglich sowie durch ihre Blüten insektenfreundlich. Die Hecken am Rand der Fläche blieben bestehen.
Das bisherige „Burkinische Dorf“ wurde weiterentwickelt zu einem Ort, der zum Verweilen und Spielen einlädt sowie gleichzeitig über die Klimapartnerschaften der Stadt Ludwigsburg mit Kongoussi in Burkina Faso und Ambato in Ecuador informiert. Die bestehende Hütte wurde an allen Seiten geöffnet und die bisherigen Glas-Infotafeln entfernt. Als Schutz vor Sonne und Regen bleibt die Hütte erhalten und wurde durch neue Elemente ergänzt.
Vier vertikale Informationstafeln zu der Entwicklungspartnerschaft von Ludwigsburg mit Kongoussi und Ambato wecken mit kurzen Texten und Infografiken die Neugier auf mehr. Dementsprechend macht ein QR-Code an der Eingangs-Stele digitale Inhalte wie Texte, Bilder und Videos zugänglich, die ein vertieftes Eintauchen in die Projekte und Themen der Klimapartnerschaften ermöglichen. Mit der „Galerie an der Mauer“ vor der Mauer zum Theatersommer werden die Klimapartnerschaften durch großformatige Fotos künstlerisch und visuell ansprechend vermittelt. Das neue Konzept entstand in einem partizipativen Prozess unter maßgeblicher Beteiligung der Deutsch-Ecuadorianischen Gesellschaft (DEG) und des Förderkreises Burkina Faso e. V.
Planungen für einen Garten der Religionen
Die Neugestaltung des Gartens der Begegnung wurde von Mitarbeitenden der Technischen Dienste Ludwigsburg (TDL) umgesetzt, ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Im südlichen Teil ist bereits die Fläche für den „Garten der Religionen“ angelegt. Dieser wird gemeinsam von der Citykirche Ludwigsburg, dem Dialog der Religionen und der Stadtverwaltung entwickelt. Der interreligiöse Dialog, der in Ludwigsburg eine lange Tradition hat, erhält so einen sichtbaren Ort im öffentlichen Raum.
Der Garten soll zum gemeinsamen Beten, Meditieren, Lernen, Feiern und Gärtnern einladen. Er bietet Raum für Begegnungen, Bildungsprojekte, kulturelle Veranstaltungen und gemeinsames Engagement. „Der Garten der Religionen wird offen für alle sein“, betont Bürgermeister Mannl. „Er soll Vielfalt und Zusammenhalt in Ludwigsburg fördern und so zu einer lebens- und liebenswerten Stadt beitragen.“
Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Umgestaltung des Platzes einschließlich Belags- und Vegetationsflächen sowie Baumpflanzungen auf 225.000 Euro. 80 Prozent davon sind vom Bund über das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (NKK) finanziert. Die Kosten für die Rutsche in Höhe von 6.000 Euro werden von der VR-Bank Ludwigsburg gespendet. Für die Stadt verbleibt damit ein Eigenanteil in Höhe von 39.000 Euro. Für den Garten der Religionen erhält die Citykirche Ludwigsburg zusätzliche Mittel aus dem Förderprogramm „Integration vor Ort – Stärkung kommunaler Strukturen“ des Landes Baden-Württemberg. Die Informationselemente zu den Klimapartnerschaften wurden durch Fördermittel von Engagement Global als Anlaufstelle für entwicklungspolitische Zusammenarbeit in Deutschland unterstützt.
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(Karin Brühl)