Zwei Projekte ausgezeichnet

Ludwigsburg und Montbéliard feierten im letzten Jahr 75 Jahre Städtepartnerschaft. Zum Abschluss des Jubiläums stand unter anderem die Verleihung des Lucien-Tharradin-Preises auf dem Programm. Wer geehrt wurde.

Die Geehrten halten je einen großen symbolischen Spendenscheck sowie Urkunden in den Händen.
Die Preisträger*innen des Vereins „Petite Hollande Basket“ und des Queer-Cafés des Ludwigsburger Jugendgemeinderats gemeinsam mit Erster Bürgermeisterin Renate Schmetz (ganz links) und Montbéliards Bürgermeisterin Marie-Noëlle Biguinet (ganz rechts). (Foto: Christiana Kunz)

75 Jahre wurde die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und dem französischen Montbéliard im vergangenen Jahr alt. Zum Abschluss des Jubiläumsjahrs haben die Partnerstädte im Dezember im Kulturzentrum den Lucien-Tharradin-Preis verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigen sie seit 2019 gemeinsam Schülergruppen, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in besonderer Weise für Frieden, demokratische Werte sowie sozialen und globalen Zusammenhalt einsetzen.

Anlässlich des Jubiläums wurden in diesem Jahr zwei Lucien-Tharradin-Preise ausgelobt – jeweils dotiert mit 5.000 Euro. Ausgezeichnet wurden das Queer Café des Jugendgemeinderats Ludwigsburg sowie der französische Verein Petite Hollande Basket aus Montbéliard.

Offenes Angebot für queere Jugendliche

Seit Juni 2024 organisiert der Jugendgemeinderat gemeinsam mit weiteren engagierten Jugendlichen das Queer Café – ein offenes Angebot für junge Menschen ab 14 Jahren. Die monatlichen Treffen finden in der Villa BarRock statt und richten sich an queere sowie interessierte Jugendliche. Das Queer Café versteht sich als sicherer Raum, in dem Austausch, Begegnung und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen.

Jugendliche können dort über Erfahrungen sprechen, neue Freundschaften knüpfen und Kraft für ihren Alltag schöpfen. Neben Gesprächsrunden gibt es kreative Angebote, Teambuilding und Impulse zu aktuellen Themen. Das Angebot wird von den Jugendlichen selbst mit großem Engagement organisiert.

Verein fördert Basketballsport

Der Verein Petite Hollande Basket wurde 2010 gegründet, um den Basketballsport im Stadtviertel Petite Hollande in Montbéliard zu fördern. Darüber hinaus engagiert er sich im sozialen Bereich: So werden regelmäßig Schulmaterialien an bedürftige Familien verteilt. Das Preisgeld soll zur Finanzierung der siebten Ausgabe dieser Schulmaterial-Aktion eingesetzt werden.

Benannt ist der Preis nach Lucien Tharradin, Widerstandskämpfer und Bürgermeister von Montbéliard von 1947 bis 1957. Trotz seiner schmerzhaften Kriegserfahrungen setzte er sich früh für Verständigung und Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland ein. Auf seine Initiative geht die deutsch-französische Städtepartnerschaft zurück.

Musikalischer Schlussakkord

Am Abend der Preisverleihung fand in der Mehrzweckhalle Oßweil ein besonderes Doppelkonzert statt: Zum ersten Mal gestalteten der Musikverein Ludwigsburg-Oßweil und die Harmonie Municipale aus Montbéliard den Jahresabschluss gemeinsam – ein Symbol gelebter deutsch-französischer Freundschaft.

Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht und Montbéliards Bürgermeisterin Marie-Noëlle Biguinet würdigten die Bedeutung der historischen Partnerschaft, die 1950 als erste deutsch-französische Städteverbindung begründet wurde. Beide betonten die verbindende Kraft der Musik und die Aufgabe, die enge Beziehung zwischen den Städten weiterzuführen. Knecht verlieh vier zentralen Akteuren die Ludwigsburg-Nadel: dem Vorstand der Harmonie Municipale Pierre Froidevaux, dem Dirigenten Laurent Zemp sowie dem Vorsitzenden des Musikvereins Ludwigsburg-Oßweil Uwe Appel und der Stadtmusikdirektorin Susanne Bader, Dirigentin der Stadtkapelle Ludwigsburg.

Beide Orchester boten ein abwechslungsreiches Programm von sinfonischer Blasmusik über romantische Konzertstücke bis hin zu stimmungsvollen Weihnachtsliedern. Der Höhepunkt war das gemeinsame Finale beider Orchester: Fast 150 Musiker*innen ließen französische Lieder erklingen und wurden vom begeisterten Publikum mit langanhaltendem Applaus belohnt. Das Doppelkonzert setzte so einen festlichen Schlussakkord für das gemeinsame Jubiläumsjahr. (Clemens Flach)

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