Gemeinderat verabschiedet einstimmig den Haushalt 2026
Der Gemeinderat hat den Haushalt der Stadt Ludwigsburg für das Jahr 2026 einstimmig bei drei Enthaltungen genehmigt. Im Vergleich zum Haushaltsentwurf vor wenigen Wochen Anfang November sehen die Zahlen etwas besser aus.
In seiner letzten Sitzung vor Weihnachten hat der Gemeinderat den Haushalt der Stadt Ludwigsburg für 2026 beschlossen. Bei drei Enthaltungen fiel das Votum einstimmig aus. Durch Zuweisungen des Landes fließen unterm Strich 2,7 Millionen Euro mehr in den Haushalt 2026. Das verbessert zwar das ordentliche Ergebnis um diese Summe, es bleibt aber dennoch mit 16,6 Millionen Euro im Minus. Immerhin erzielt die Stadt 2026 einen Zahlungsmittelüberschuss von 3,3 Millionen Euro. Und kann dadurch knapp die Tilgungsrate von 3,6 Millionen Euro für ihre Kredite erzielen.
Die Infrastrukturmittel des Bundes schlagen in den kommenden elf Jahren mit 4,6 Millionen Euro per anno zu Buche. Dadurch nimmt die Stadt 7,3 Millionen Euro weniger Kredite im Jahr 2026 auf und damit 15,5 Millionen Euro. „Das ist zwar erfreulich“, so Stadtkämmerer Harald Kistler. „Aber es bleibt dabei: Der Haushalt wird damit leider nicht besser, sondern nur weniger schlecht. Gemeinderat und Stadtverwaltung haben einen tragfähigen und realistischen Haushalt aufgestellt.“
OB Dr. Matthias Knecht wies darauf hin, dass die Stadt Ludwigsburg auch in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten Kurs halte. „Sowohl Stadt als auch Gemeinderat haben geliefert. Mit unserem Projekt WIN LB als Daueraufgabe nehmen wir Konsolidierung und Modernisierung der Verwaltung ernst und machen uns auf den Weg in die Digitalisierung. Wir verstärken überdies unsere Wirtschaftsförderung.“ Mit der Generalsanierung des Forums, der Energiewende und der Klimaanpassung, mit den Themen bezahlbarer Wohnraum und Bildung sowie frühkindliche Bildung stehe man aber weiterhin vor großen Herausforderungen.
Einsparungen im Personalbereich
„Einer der zentralen Schlüssel des städtischen Budgets bleibt der Personalhaushalt“, so der OB. Die Ausgaben steigen hier um 3,0 Millionen Euro und liegen 2026 bei insgesamt 130 Millionen. Um Kosten zu senken, werden im kommenden Jahr 44 Stellen nicht mehr besetzt. OB Knecht verwies darauf, dass die Stadtverwaltung selbst zur Konsolidierung beitrage, in dem es ab 2027 künftig statt vier nur noch drei Dezernate, und statt 24 nur noch 18 Fachbereiche gebe. Erstmals arbeitet die Stadtverwaltung in den Budgets der vier Dezernate mit einem Risikoabschlag von insgesamt 6,0 Millionen Euro, im Personalhaushalt sogar von 11,5 Millionen Euro, um die Ausgaben so niedrig wie möglich zu halten.
Die Investitionen summieren sich bis ins Jahr 2029 auf stolze 244 Millionen Euro. Davon sind allein 63 Millionen 2026 eingeplant. Die Schwerpunkte liegen in der Bildung (Neubau Bildungszentrum West), in der Betreuung (Bau von Kitas), in der Mobilität (Umgestaltung des ZOB) und in weiteren Maßnahmen, um die Infrastruktur zu verbessern. Noch nicht eingerechnet in den Haushalt 2026 und den Finanzplan bis 2029 sind 50 Millionen Euro, die das Land der Stadt Ludwigsburg jetzt für die Schulbauförderung zur Verfügung stellt. Das heißt für das Bildungszentrum West: Ursprünglich ist die Stadt von einer Zuwendung des Landes in Höhe von 20 Millionen Euro ausgegangen. Jetzt fließen 30 Millionen Euro mehr.
An der Seite der Stadtverwaltung und des Gemeinderats sieht der Oberbürgermeister auch die städtischen Tochterunternehmen. Allein die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) investieren in den kommenden Jahren 320 Millionen Euro in Strom- und Energieversorgung und damit auch in Energiewende und Klimaanpassung. Die Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) wird stolze 54 Millionen Euro bereitstellen, um mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen und die eigenen Quartiere zu unterhalten.
Fest steht auch: Die städtischen Töchter SWLB und WBL führen keine Gewinne an den städtischen Haushalt ab. Es gibt 2026 auch keine Veränderungen bei Grund- und Gewerbesteuer. (Peter Spear)
Übersicht über die Investitionen im Baubereich von 2026 bis 2029
Beschlossene und begonnene Maßnahmen
- Bildungszentrum West (BZW): 103,7 Millionen Euro
- Sporthalle Oststadt Fuchshof: 13,7 Millionen Euro
- Kita Auf dem Wasen (Zuschuss): 1,6 Millionen Euro
- Kita Fuchshofstraße, Clubhaus HCL (Zuschuss): 1,9 Millionen Euro
- Kreisverkehr Sternkreuzung: 0,9 Millionen Euro
- Tiefbaumaßnahme Entwicklungsgebiet Ost/Fuchshof: 3,9 Millionen Euro
- Erschließung Waldäcker III: 1,9 Millionen Euro
- Erschließung Hintere Halden II: 1,2 Millionen Euro
Beschlossene, noch nicht begonnene Maßnahmen:
- Schubartschule (Erweiterung/Umbau Bestand): 6,8 Millionen Euro
- Grundschule Hoheneck (Erweiterung/Umbau Bestand): 7,1 Millionen Euro
- Sonnenschutz Eichendorffschule: 0,2 Millionen Euro
- Foyererweiterung Reithalle Karlskaserne: 1,1 Millionen Euro
- Neubau Kita Oßweil, SKS-Areal (5-gruppig): 7,3 Millionen Euro
- Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB): 20,4 Millionen Euro
- Zweite Fußgängerunterführung ZOB: 0,3 Millionen Euro
- Richard-Wagner-Straße: 0,6 Millionen Euro
Geplante, bis 2029 vorgesehene Maßnahmen:
- Feuerwehr Pflugfelden Neubau: 3,0 Millionen Euro
- Neubau Naturkita Osterholz: 0,2 Millionen Euro
- Neubau Kita Fuchshof (Comburgstraße): 0,1 Millionen Euro
- Fuchshof Sportpark Ost (Ausbau bestehender Skatepark): 0,7 Millionen Euro
- Zaunanlage Ludwig-Jahn-Stadion: 0,2 Millionen Euro
- Radweg Alleenstraße: 1,9 Millionen Euro
- Radweg RS 8 Friedrich-Ebert-Straße (B27 bis Fasanenstraße): 2,5 Millionen Euro
- Jägerhofallee, Frankfurter Straße (Monreposstraße/Mäurach): 2,4 Millionen Euro
- Erschließung Schul-, Kultur-, Sport-Areal (SKS): 1,6 Millionen Euro
zusätzlich: Investitionszuschuss Zweckverband Stadtbahn: 10,1 Millionen Euro