Naturvision: Festivalleiterin gibt auf eigenen Wunsch Geschäftsführung ab

Beatrix Wesle wechselt in die Filmproduktion – OB Knecht: Menschlich und fachlich großer Verlust

Nach zwei Jahren an der Spitze der neuen NaturVision Ludwigsburg gGmbH gibt Beatrix Wesle auf eigenen Wunsch die Geschäftsführung sowie die Leitung des NaturVision Filmfestivals ab. Die erfahrene Produzentin und Programmexpertin möchte sich künftig wieder stärker der Entwicklung von Filminhalten widmen. „Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen“, erklärt Wesle. „Doch nach reiflicher Überlegung haben für mich berufliche wie persönliche Beweggründe überwogen, neue Wege zu gehen. Beruflich zieht es mich zurück zu meiner Leidenschaft für das Produzieren und Erzählen relevanter Geschichten und ich möchte mich stärker im Bereich Finance, Philanthropie und Impact-Arbeit engagieren. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen und Begegnungen, die ich in meiner Zeit bei NaturVision in Ludwigsburg machen durfte“, betont Wesle. Vor ihrem Wechsel Anfang 2024 nach Ludwigsburg war sie fast acht Jahre beim SRF Schweizer Radio und Fernsehen. 

„Der Weggang von Beatrix Wesle ist ein großer Verlust, sowohl menschlich als auch fachlich“, bedauert Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht ihren Rückzug. „Sie hat dem NaturVision Filmfestival in den vergangenen zwei Jahren wichtige Impulse gegeben und das Format inhaltlich wie organisatorisch weiterentwickelt. Für ihr großes Engagement danken wir ihr ausdrücklich.“

Schon mit Beatrix Wesle gab es Überlegungen, die strategische Ausrichtung und Positionierung von NaturVision im Kontext des Filmstandorts Ludwigsburg weiterzuentwickeln. Der Standort mit seiner starken filmischen Prägung eröffnet dabei auch neue Möglichkeiten für Schwerpunktsetzungen und Formate. Vor diesem Hintergrund soll nun trotz des Weggangs der Geschäftsführung die Gelegenheit genutzt werden, diese Überlegungen gemeinsam mit den Partnern zu vertiefen und die zukünftige Rolle von NaturVision in Ludwigsburg gezielt zu reflektieren.

„Angesichts der sich wandelnden Förderlandschaften, Zielgruppen und Themenschwerpunkte müssen wir prüfen, welche Bedeutung und Funktion ein Format wie NaturVision künftig in Ludwigsburg haben kann und soll“, erklärt OB Knecht. „Dabei schließen wir nicht aus, dass einzelne Themenbereiche wegfallen oder in neue Formate überführt werden.“ Nun gelte es, gemeinsam mit den Partnern sowie der Kultur- und Wirtschaftsförderung zu erarbeiten, wie die erfolgreiche inhaltliche Arbeit fortgeführt werden kann, gegebenenfalls in veränderter Form, so Knecht weiter.

Das NaturVision Filmfestival ist seit 2012 in Ludwigsburg beheimatet und gilt als eines der führenden Festivals für Wissenschaft, Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit im süddeutschen Raum. Neben dem jährlich stattfindenden Festival engagiert sich NaturVision ganzjährig in der Bildungsarbeit sowie in der Förderung von Filmschaffenden, die sich mit den ökologischen Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

Beatrix Wesle übernahm 2024 die Geschäftsführung der neu ins Leben gerufenen NaturVision Ludwigsburg gGmbH und wurde damit Nachfolger von Ralph Thoms. Er hatte das Filmfestival im Jahr 2002 gegründet, das bis zum Umzug nach Ludwigsburg im Nationalpark Bayerischer Wald stattfand.

In ihrer Zeit bei NaturVision prägte Wesle das Festival strategisch und inhaltlich. Sie trieb zudem die Professionalisierung der Organisation voran. Auch die Ansprache von jüngeren Zielgruppen gehörte zur Programmgestaltung. Sie stärkte und erweiterte die Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung. Neue Live Show Formate, „Hits for Kids“ und „Wilde Welten“ überzeugten das Publikum vor Ort. Der Kurzfilmwettbewerb und die Newcomer Sektion wurden besonders hervorgehoben.

Mit einem Besucherwachstum vor Ort von 80 Prozent zum Vorjahr, Zusatzveranstaltungen und diversen Online-Angeboten erreichte die NaturVision Angebotspalette mehr als 65.000 Menschen im laufenden Jahr 2025 und vervierfachte damit die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr.

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