Rathaus ist jetzt eine Notinsel für Kinder
Das Notinsel-Projekt bietet Kindern, die sich unterwegs unsicher oder bedroht fühlen, verlässliche Anlaufstellen. Erkennbar sind diese durch den Notinsel-Aufkleber an Eingangstüren oder Fensterfronten. Die Botschaft ist klar: „Wo wir sind, bist du sicher!“. Auch das Ludwigsburger Rathaus in der Wilhelmstraße 11 ist nun eine solche verlässliche Anlaufstelle für Kinder.
Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht hat den Notinsel-Aufkleber selbst gut sichtbar an der Eingangstür des Rathauses angebracht. „Uns sind Menschen aller Generationen wichtig, aber Kinder sind oft besonders schutzbedürftig. Sie sollen bei uns jederzeit Hilfe und Fürsorge finden,“ meint der Oberbürgermeister. „Es ist uns außerdem ein großes Anliegen, in Ludwigsburg ein möglichst flächendeckendes Netz von sicheren Orten für Kinder zu schaffen.“
Im Rathaus wurden die Mitarbeitenden am Empfang sowie in der Botenmeisterei entsprechend geschult, wie sie auf Kinder in Notsituationen reagieren können. Eine Mitarbeiterin an der Rathaus-Information konnte bereits einem Kind helfen, das an der Bushaltestelle seine Mutter verloren hatte. Die Stadt engagiert sich seit vielen Jahren als Projektträger des bundesweiten Notinsel-Projekts der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Die Federführung liegt bei Meike Pirkner, der Beauftragten für die kommunale Kriminalprävention.
Die Präventionsbeauftragte sucht auch die Zusammenarbeit mit den Stadtteilbeauftragten, um das Projekt weiter voranzutreiben. „Vor allem jüngere Kinder bewegen sich häufig fast nur in ihrem sozialen Nahbereich“, erklärt Meike Pirkner. „Deshalb ist es wichtig, dass dort das Angebot an sicheren Orten wie Notinseln besteht und die Kinder sie auch kennen.“ Die Resonanz bei lokalen Geschäften und Einrichtungen ist groß; so gibt es im Stadtgebiet zwischenzeitlich 128 Notinseln.
Der Präventionsbeauftragten ist auch die Aufklärung in den Schulen und Kindergärten wichtig: „Die Notinsel-Orte können nur als Anlaufstellen dienen, wenn die Kinder sie kennen.“ Deshalb sollten die Schulen das Projekt möglichst in ihren Unterricht integrieren und Kindergärten das Thema beispielsweise im Morgenkreis besprechen.
Weitere Informationen und eine Übersicht aller Notinsel-Standorte sind auf der Projektwebsite unter www.notinsel.de zu finden. Interessierte können sich außerdem an Meike Pirkner unter der E-Mail-Adresse kriminalpraevention@ludwigsburg.de wenden.
