Vier Projekte der Stadt Ludwigsburg beim Wettbewerb „Beispielhaftes Bauen“ ausgezeichnet
Um das Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu schärfen, hat die Architektenkammer zusammen mit dem Landkreis Ludwigsburg das Auszeichnungsverfahren „Beispielhaftes Bauen Landkreis Ludwigsburg 2019 – 2025“ durchgeführt. Insgesamt gab es 21 Auszeichnungen, vier davon gingen an Projekte der Stadtverwaltung Ludwigsburg: an die Neugestaltung des Arsenalplatzes, an den Neubau der Fuchshofschule, an die Erweiterung und Generalsanierung der Grundschule Oßweil sowie an die Sanierung und Erweiterung der Friedrich-von-Keller-Schule. Von Mittwoch, 11. Februar, bis Freitag, 27. Februar, sind die prämierten Projekte in einer Ausstellung im Kreishaus in der Hindenburgstraße 40 zu sehen.
„Wir sind stolz, dass wir mit gleich vier Projekten vertreten sind“, so Baubürgermeisterin Andrea Schwarz. „Die Kriterien der Jury sind unter anderem die äußere Gestaltung des Baukörpers, die Angemessenheit der Mittel und Materialien sowie der Umgang mit dem städtebaulichen Kontext und der Umwelt. Mit den Auszeichnungen wird gewürdigt, dass die Stadtverwaltung Funktionalität mit guter Architektur verbindet und gleichzeitig ökologische und ökonomische Ressourcen schont.“
Es werden sowohl die Bauherr*innen als auch die Architekt*innen ausgezeichnet. Bei der Neugestaltung des Arsenalplatzes hat die Stadt Ludwigsburg mit dem Büro Mann Landschaftsarchitektur Fulda zusammengearbeitet: Aus einem Parkplatz wurde im Juni 2025 ein attraktiver Stadtplatz – mit vielen Sitzmöglichkeiten, einem Baumhain mit 60 Bäumen, Flächen zum Spielen und für Veranstaltungen, einem Wasserfontänenfeld und einem Gastro-Pavillon. Die Umgestaltung des Arsenalplatzes leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Die Bäume sorgen – je älter sie werden – mehr und mehr für Schatten. Der Splitt-Belag kann Regenwasser aufnehmen, wodurch Verdunstungskühle entsteht. Außerdem wird Regenwasser von den Dachflächen des Arsenalgebäudes in einer Zisterne gesammelt.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Fuchshofschule. Der Neubau, der im Jahr 2023 eröffnete, wurde von der Stadtverwaltung nach Plänen des Architekturbüros Von M in Stuttgart realisiert. Bei der Planung wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass Lernkonzept und Architektur zusammen passen. Das Schulgebäude ist in den beiden Obergeschossen in vier Cluster aufgeteilt, die sich jeweils um einen Lichthof gruppieren. In jedem Cluster befinden sich fünf beziehungsweise sechs Klassenzimmer, ein oder zwei Nebenräume und ein Freibereich im Flur. Dies bietet die Möglichkeit, in Kleingruppen zu arbeiten und auf das unterschiedliche Lerntempo der Grundschulkinder einzugehen. Die Fuchshofschule wurde mit einem hohen Vorfertigungsgrad geplant, um Kosten zu sparen. Gleichzeitig lag der Fokus auf Umweltfreundlichkeit und der Verwendung nachhaltiger Materialien. Die Baustoffe wurden nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip so verarbeitet und eingesetzt, dass sie für kommende Generationen wiederverwendbar sind.
Eine weitere Auszeichnung erhielt die Stadtverwaltung, gemeinsam mit Freivogel Mayer Architekten Ludwigsburg, für die Grundschule Oßweil. Hier entstand im Jahr 2019 ein zweistöckiger Neubau, der die beiden alten Schulgebäude – ein Schulhaus von 1909 sowie einen Bau von 1953 – verbindet. Außerdem wurden die beiden alten Gebäude saniert. Mit seinen bodentiefen Verglasungen wirkt der 55 Meter lange Neubau besonders leicht und bildet einen Kontrast zu den massiveren Altbauten. Im neuen Gebäude befindet sich die Mensa, die nicht nur als Speisesaal genutzt werden kann, sondern sich schnell in einen Veranstaltungsraum verwandeln kann. Der Veranstaltungsraum kann auch von der Öffentlichkeit, zum Beispiel den Oßweiler Vereinen, genutzt werden. Multifunktionale Klassen- und Betreuungsräume ermöglichen einen Wechsel von Lern-, Spiel- und Erholungsphasen.
Prämiert wurde auch die Friedrich-von-Keller-Schule. Die im Jahr 2022 abgeschlossene Modernisierung des Grundschulgebäudes hat die Stadtverwaltung zusammen mit h4a Architekten, Stuttgart, umgesetzt. Das Bestandsgebäude aus den 60er-Jahren wurde saniert und erhielt aufgrund steigender Schülerzahlen und des Ausbaus der Ganztagesmensa einen zweigeschossigen Erweiterungsbau. Das Bestandsgebäude wurde vom bekannten Architekten Günter Behnisch als Stahlbeton-Skelettbauwerk entworfen. Ziel der Modernisierung war es, den architektonischen Ausdruck des Gebäudes zu erhalten und durch behutsame Eingriffe zu bewahren und zu stärken. Der Erweiterungsbau nimmt in seiner Holzverschalung das Fassadenraster des Bestandsbaus auf. Die großzügigen Flurflächen des bestehenden Gebäudes sind nach der Sanierung wesentlich besser nutzbar: Dort befinden sich jetzt unterschiedliche Lern- und Bewegungslandschaften.