SDG11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Worum geht's?

Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Städte genannt. Bis 2050 könnte sich die Zahl der Menschen, die in Städten wohnen, von heute knapp 4 Mrd. auf 6,5 Mrd. vergrößern. „Die Zukunft der Menschheit liegt in den Städten“, stellte Kofi Annan aus gutem Grund zu Eröffnung der Weltkonferenz zur Zukunft der Städte 2000. Das SDG 11 spricht daher die Städte und Gemeinden direkt an und unterstreicht ihre wichtige Bedeutung im Prozess der weltweiten Entwicklung für mehr Nachhaltigkeit.

Städte sind Zentren von Wirtschaft und Innovation – sie erarbeiten einen Großteil des Bruttoinlandsprodukts, gleichzeitig verursachen sie einen ebenso großen CO<sub>2</sub>-Ausstoß. Aufgrund der Bevölkerungsdichte können ökologische Wohnkonzepte und ressourcenschonende Mobilitätskonzepte in Städten innovativ umgesetzt werden.

Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu sicherem, erschwinglichem und geeignetem Wohnraum und entsprechenden Infrastrukturen bekommen. Der Ausbau nachhaltiger Verkehrssysteme, die Senkung von Umweltbelastungen pro Kopf oder die Ausweisung von mehr Grünflächen und vielfältig nutzbarer öffentlicher Raum – all das sind Themen, die unter anderem auf der Agenda stehen. Auf europäischer Ebene wird das SDG 11 übrigens in der Neuen Leipzig Charta 2020 mit der Forderung nach der stets am Gemeinwohl orientierten, grünen, produktiven und gerechten Stadt aufgegriffen.  

Bei allen Stadtentwicklungsprozessen muss auch der ländliche Raum berücksichtigt werden. Denn eine hohe Attraktivität für Wirtschaft und Innovation und eine hohe Lebensqualität auf dem Land mit guter Infrastruktur reduziert den demografischen Druck auf die Städte. 

Das SDG im Wortlaut

"Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten"

11.1 Bezahlbarer Wohnraum
Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherstellen und Slums sanieren
 
11.2 Mobilität ermöglichen
Bis 2030 den Zugang zu sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle ermöglichen und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern, insbesondere durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mit besonderem Augenmerk auf den Bedürfnissen von Menschen in prekären Situationen, Frauen, Kindern, Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen
 
11.3 Verstädterung nachhaltig gestalten
Bis 2030 die Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten und die Kapazitäten für eine partizipatorische, integrierte und nachhaltige Siedlungsplanung und -steuerung in allen Ländern verstärken
 
11.4 Natur- und Kulturerbe schützen
Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur- und -naturerbes verstärken
 
11.5 Katastrophenschutz
Bis 2030 die Zahl der durch Katastrophen, einschließlich Wasserkatastrophen, bedingten Todesfälle und der davon betroffenen Menschen deutlich reduzieren und die dadurch verursachten unmittelbaren wirtschaftlichen Verluste im Verhältnis zum globalen Bruttoinlandsprodukt wesentlich verringern, mit Schwerpunkt auf dem Schutz der Armen und von Menschen in prekären Situationen
 
11.6 Umweltbelastungen senken
Bis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung
 
11.7 Gestaltung öffentlicher Räume
Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen Räumen gewährleisten, insbesondere für Frauen und Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen
 
11.a Verbindung zwischen Stadt & Land
Durch eine verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbindungen zwischen städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten unterstützen
 
11.b Nachhaltige Stadtpolitik & Katastrophenvorsorge
Bis 2020 die Zahl der Städte und Siedlungen, die integrierte Politiken und Pläne zur Förderung der Inklusion, der Ressourceneffizienz, der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen beschließen und umsetzen, wesentlich erhöhen und gemäß dem Sendai-Rahmen für Katastrophenvorsorge 2015-2030 ein ganzheitliches Katastrophenrisikomanagement auf allen Ebenen entwickeln und umsetzen
 
11.c Nachhaltig bauen
Die am wenigsten entwickelten Länder unter anderem durch finanzielle und technische Hilfe beim Bau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gebäude unter Nutzung einheimischer Materialien unterstützen

Nachhaltig leben

  • Gestalten Sie Ihre Stadt aktiv mit und beteiligen Sie sich auf der Bürgerbeteiligungsplattform www.meinlb.de an Stadtentwicklungsprozessen.
  • Engagieren Sie sich in unseren Gremien oder in Initiativen im Quartier für eine nachhaltige Transformation unserer Stadt
  • Gestalten Sie Ihr eigenes Lebensumfeld und Ihre Routinen wenn möglich in kleinen Schritten mehr und mehr so, dass Ihr Alltag zum Erhalt und der Entwicklung unserer lebenswerten Stadt beiträgt: Verzichten Sie aufs Auto oder schaffen Sie es ab, bepflanzen Sie Ihren Balkon etc.

Beispiele aus Ludwigsburg

Das SDG 11 im Stadtentwicklungskonzept

Seit 2006 gibt es in Ludwigsburg das Stadtentwicklungskonzept, das vom Gemeinderat als Arbeitsprogramm für die Zukunft beschlossen wird. Die Leitsätze und Ziele werden in Beteiligungsveranstaltungen mit den Menschen vor Ort ausgearbeitet und sind so mit deren Bedürfnissen abgestimmt. Damit keine Ideen verloren gehen, werden alle Erkenntnisse in Masterplänen festgehalten. So kann jeder den Überblick behalten und genau verfolgen, ob geplante Maßnahmen umgesetzt werden. Auf der Online-Plattform KSIS (Kommunales Steuerungs- und Informationssystem) ist der aktuelle Stand der Projekte festgehalten und für jeden transparent einsehbar. Mit dem SEK trägt die Stadt zur Erreichung der SDGs bei. Daher finden sich in allen unseren 11 Masterplänen (Handlungsfelder) Ziele und Maßnahmen, die den Unterzielen von SDG 11 zugeordnet werden können.

Stadtteilentwicklung

Mit der Stadtteilentwicklung werden die Leitsätze und Ziele des Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzepts (SEK) auf der Stadtteilebene konkretisiert und an die Bedürfnisse vor Ort angepasst. Grundlage dafür sind Entwicklungskonzepte, die für alle Stadtteile speziell erarbeitet werden. Dabei sind die Bürgerinnen und Bürger intensiv eingebunden. Ziel ist, die Stadtteile gemeinsam mit den Akteuren vor Ort weiterzuentwickeln und einen transparenten Beteiligungsprozess zu ermöglichen.

Geschäftsstelle Wohnen

Das Thema Wohnen umfasst zahlreiche Einzelthemen und tangiert viele unterschiedliche Fachbereiche der Stadt. Als Querschnittsthema hat es eine besondere gesellschaftliche Bedeutung für die nachhaltige Stadtentwicklung in Ludwigsburg. Die Geschäftsstelle Wohnen organisiert und koordiniert diese vielfältigen Themen, vernetzt die Akteure in der Stadtverwaltung sowie externer Institutionen und steuert die strategische Ausrichtung der Themenfelder. Darüber hinaus werden Grundsatzthemen fachbereichsübergreifend und –integrierend aufgearbeitet und Entscheidungsprozesse vorbereitet.

Geschäftsstelle Wohnen
Wilhelmstraße 11
71638 Ludwigsburg

Bürgerbüro Bauen

Das Bürgerbüro Bauen ist die zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, Bauherren, Nachbarn, Bauträger und Architekten rund um das Thema Bauen in Ludwigsburg. Anfragen werden hier gebündelt und koordiniert. Aus einer Hand erhalten Bauwillige umfassende Beratung und Hilfestellung in Fragen wie: Kann ich mein Grundstück bebauen und was muss ich beachten? Welches baurechtliche Verfahren ist das richtige? Daneben prägt das Bürgerbüro Bauen mit seinem breit gefächertem Aufgabenspektrum aus beispielsweise Baugenehmigungsverfahren, Stadtteilentwicklung und Stadterneuerung, Denkmalschutz oder Erhaltungssatzung – um nur einige zu nennen - die bauliche Entwicklung und Gestalt der Stadt entscheidend mit.