SDG12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Worum geht's?

Konsum- und Produktionsmuster zeigen, wie sehr in einer globalisierten Welt unsere Entscheidungen die Arbeits- und Lebensverhältnisse von Menschen in anderen Erdteilen betreffen. Denn bei der Herstellung, dem Transport und Vertrieb von Gütern und Produkten geht es um faire Arbeitsbedingungen, um den Einsatz von Ressourcen und die Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Biodiversität.

Was kaufen wir, wie viel kaufen wir und wo kaufen wir? Das SDG 12 benennt einige Ziele, zu denen wir alle im Alltag beitragen können, indem wir beispielsweise weniger Nahrungsmittel verschwenden, Müll vermeiden und recyceln und faire oder umweltfreundliche Produkte bei verantwortungsvollen Unternehmen kaufen.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Menge an Rohstoffen, die wir zur Herstellung unserer Produkte brauchen, fast verdoppelt. Alleine die Plastikproduktion sorgt für fast 7 Milliarden Tonnen Plastikmüll, der nur zu einem zehntel recycelt wird. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den Ländern und die Ressourcenfrage ist auch eine Gerechtigkeitsfrage. Der westliche Lebensstil nicht beliebig ausdehnbar, da viele Ressourcen bereits jetzt knapp sind. Reichere Länder können ihren Rohstoffbedarf alleine meist nicht decken und beziehen daher viele Ressourcen aus Ländern des globalen Südens. Für einen echten Wandel ist eine konsequente Kreislaufwirtschaft notwendig, in der Rohstoffe wiederverwendet und recycelt werden.

Auch Information und Transparenz für die Konsumenten ist wichtig. Nachhaltigkeits- oder Umweltsiegel wie der „Blaue Engel“ oder das „Fairtrade-Logo“ geben Aufschluss darüber, ob ein Produkt sozial verträglich und umweltschonend hergestellt wurde.

Das SDG im Wortlaut

"Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen"

12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Den Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umsetzen, wobei alle Länder, an der Spitze die entwickelten Länder, Maßnahmen ergreifen, unter Berücksichtigung des Entwicklungsstands und der Kapazitäten der Entwicklungsländer
 
12.2 Natürliche Ressourcen schonen
Bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen
 
12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden
Bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden
Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten verringern
 
12.4 Abfälle verantwortungsvoll entsorgen
Bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres  gesamten Lebenszyklus in Übereinstimmung mit den vereinbarten internationalen Rahmenregelungen erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich verringern, um ihre nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken
 
12.5 Müll vermeiden & recyceln
Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern
 
12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
Die Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, dazu ermutigen, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen
 
12.7 Nachhaltiges Beschaffungswesen
In der öffentlichen Beschaffung nachhaltige Verfahren fördern, im Einklang mit den nationalen Politiken und Prioritäten
 
12.8 Aufklärung & Bewusstseinsbildung
Bis 2030 sicherstellen, dass die Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur verfügen
 
12.a Entwicklungsländer unterstützen
Die Entwicklungsländer bei der Stärkung ihrer wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten im Hinblick auf den Übergang zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern Unterstützen
 
12.b Nachhaltigen Tourismus ausbauen
Instrumente zur Beobachtung der Auswirkungen eines nachhaltigen Tourismus, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert, auf die nachhaltige Entwicklung entwickeln und anwenden
 
12.c Subventionen fossiler Brennstoffe abschaffen
Die ineffiziente Subventionierung fossiler Brennstoffe, die zu verschwenderischem Verbrauch verleitet, durch Beseitigung von Marktverzerrungen entsprechend den nationalen Gegebenheiten rationalisieren, unter anderem durch eine Umstrukturierung der Besteuerung und die allmähliche Abschaffung dieser schädlichen Subventionen, um ihren Umweltauswirkungen Rechnung zu tragen, wobei die besonderen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Entwicklungsländer in vollem Umfang berücksichtigt und die möglichen nachteiligen Auswirkungen auf ihre Entwicklung in einer die Armen und die betroffenen Gemeinwesen schützenden Weise so gering wie möglich gehalten werden

Nachhaltig leben

  • Informieren Sie sich über Produktionsbedingungen und entscheiden Sie sich für fair produzierte und gehandelte Produkte. Orientieren Sie sich an den Siegeln des Fairen Handels.
  • Kaufen Sie langlebige Produkte.
  • Hinterfragen Sie Ihre Konsumgewohnheiten. Was brauchen Sie wirklich?
  • Besuchen Sie Kleiderbörsen, Second Hand Shops und Repair-Cafes.
  • Kaufen Sie nur Lebensmittel, die Sie auch aufbrauchen können.

Beispiele aus Ludwigsburg

Das SDG 12 im Stadtentwicklungskonzept

Das Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzept mit seinen Masterplänen leistet einen konkreten Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen. Die Unterziele des SDG 12 werden insbesondere durch folgende Masterpläne behandelt:

  • Masterplan 3: Wirtschaft und Arbeit
  • Masterplan 11: Klima und Energie

Nachhaltige Beschaffung

Die öffentliche Hand beschafft laut Schätzungen der Bundesregierung Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 500 Mrd. Euro/Jahr – über 50 Prozent entfallen dabei auf Kommunen. Um dieses Marktpotential zu nutzen und den negativen Auswirkungen auf die Umwelt entgegen zu wirken, hat sich die Stadt Ludwigsburg im Rahmen einer Dienstanweisung verpflichtet, die öffentliche Beschaffung an den Cradle-to-Cradle (C2C)-Prinzipien auszurichten.

Bei C2C geht es darum, Leistungen zu fördern,…

  • die eine positive Wirkung auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben;
  • deren Materialsubstanzen in biologischen oder technischen Stoffkreisläufen zirkulieren;
  • die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen erbracht werden und eine positive Wirkung;
  • auf die Entwicklung sozialer Gerechtigkeit haben;
  • die auf Basis erneuerbarer Energien erbracht werden;
  • die eine positive Wirkung auf die Bodenqualität haben und Wasserressourcen schützen.

In diesem Zusammenhang setzt die Stadt Ludwigsburg besonders auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die geeignet sind, ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Leistungen anzubieten. Durch die aktive Nachfrage gesunder, klimafreundlicher, kreislauffähiger und sozial verträglicher Bau-, Liefer- und Dienstleistungen, möchte die Stadt Ludwigsburg Unternehmen ermutigen eine nachhaltige Entwicklung nach C2C zu verfolgen.

Fairtrade-Stadt Ludwigsburg

Ludwigsburg macht sich für Fairen Handel stark und blickt diesbezüglich auf eine 40-jährige Geschichte zurück. Die ersten Aktivitäten starteten 1977 mit der Gründung des Weltladens, und seit 2001 ist die Stadt im Prozess „Lokale Agenda“ aktiv. Jede Bürgerin, jeder Bürger kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, in dem sie/ er bewusst beim Einkauf auf die Siegel des Fairen Handels achtet. Die Fairtrade-Agendagruppe sensibilisiert mit vielen Aktionen für einen nachhaltigeren Konsum, so z.B. auch mit der einmal im Jahr stattfindende Klamottentauschbörse.

Repair-Cafés in Ludwigsburg

In Industrienationen wie Deutschland wird heutzutage unglaublich viel weggeworfen. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder gut zu gebrauchen wären. In Ludwigsburg gibt es mittlerweile zwei Repair-Cafés, die zur Reduzierung der Müllberge beitragen möchten. Dort dreht sich nämlich einmal im Monat alles ums Reparieren: Ob Lampen, Kleidung, Fahrräder oder Spielzeug – ehrenamtliche Elektriker, Näherinnen und Fahrradmechaniker helfen kostenlos bei allen möglichen Reparaturen. Und ganz nebenbei hilft das Café auch dabei, Menschen in der Nachbarschaft auf neue Art und Weise wieder miteinander in Kontakt zu bringen.

Ludwigsburg packt neu ein!

Die Agendagruppe setzt sich das Ziel, den Nachwuchs in Ludwigsbugr nachhaltiger zu gestalten von der Stoffwindel über Spielzeug bishin zum Geburtstagshütchen. Zunächst will die Gruppe für mehr bunte und flauschige Stoffwindeln und natürliche Babykörperpflege wie das Abhalten bzw. Windelfrei informieren und begeistern. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - deshalb ist ein Austausch untereinander fundamental.

Urban Gardening

Urban Gardening ist privates oder gemeinschaftliches Gärtnern auf kleinen, oft vernachlässigten Flächen mitten in der Stadt. Die Initiative „NaturEcke Eglosheim“ in Eglosheim zeigt allen, dass geschmackvolles Gemüse und Obst, sogar mit einem großen Ertrag, ganz einfach zu bekommen sind, wenn man die Natur mit Respekt behandelt. Das Team trifft sich regelmäßig und heißt jeden willkommen. der etwas über Permakultur lernen will.

Das Agenda-Projekt „Unser Stadtbeet“ wurde von Studierenden der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg initiiert und mit der Pestalozzi Schule umgesetzt. Die Idee hinter den bunten Hochbeeten vor der Kreissparkasse Ludwigsburg ist es, einen Treffpunkt für gemeinschaftlichen und solidarischen Gartenbau zu schaffen. Wer in der Nähe wohnt und keine Möglichkeit hat, selbst Gemüse anzupflanzen, kann die nahe Anbaufläche bestens nutzen.

Zum Seitenanfang