Aktuelles aus dem Innovationsnetzwerk

Neuer Fachbereichsleiter IT & Digitalisierung

Herr Paulus, als angehender Leiter des Fachbereichs IT & Digitalisierung, was dürfen unsere Leser von Ihnen privat wissen?
Ich bin seit 2007 verheiratet. Meine Frau arbeitet ebenfalls in der IT-Branche, bei uns gibt es also auch beruflich Berührungspunkte. Wir haben zwei Kinder, einen Jungen mit 12 und ein Mädchen mit 9 Jahren. Wir leben in Stuttgart und das sehr gerne. Nebenberuflich bin ich als Musiker aktiv.

Was haben Sie studiert?
Ich habe Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt IT in Hohenheim studiert. Damals war noch unklar, wohin ich beruflich gehe, denn seit meiner Kindheit war Musik meine Leidenschaft. Es gab Zeiten, da habe ich von der Musik gelebt - noch heute bin ich nebenberuflich als Musiker aktiv. Ich habe aber gemerkt, dass das Leben als Rockstar doch nicht das ist, was ich mir erträume. Ich wünschte mir zwar kein bürgerliches Leben, sehnte mich aber nach Stabilität und wollte eine Familie gründen. So kam es, dass ich mich fürs Studium entschieden habe.

Kommen Sie denn aus Baden-Württemberg?
Ich bin in Bayern geboren und als Teenager mit meinen Eltern ins Ländle gezogen. Durchs Studium in Hohenheim bin ich in Stuttgart hängen geblieben und habe die Stadt lieben gelernt. Eine Zeit lang habe ich auch in Esslingen gewohnt - Städte in dieser Größenordnung haben es mir angetan, (lacht), so auch Ludwigsburg.

Sie waren also beruflich immer in der Wirtschaft tätig. Welche Unternehmen haben Sie beraten?
Im Wesentlichen waren es große Unternehmen, auch DAX-Unternehmen, beispielsweise aus der Telekommunikationsbranche. Aber es gab auch einige kleine Unternehmen, die ich beraten durfte, und den öffentlichen Bereich, zum Beispiel städtische und überregionale Energieversorger.

Da drängt sich die Frage auf, warum Sie in eine Stadtverwaltung wechseln wollen. Was war der Auslöser dafür? Welches Bild haben Sie von Ihrer neuen Anstellung?
Ich dachte seit Jahren darüber nach, die Beraterbranche zu verlassen. Diese rein rentabilitätswirtschaftliche, sparprogrammorientierte Arbeit ist doch recht zermürbend – das ist kein Vorwurf, sondern business as usual und dafür wird man auch fürstlich belohnt. Trotzdem muss das eigene Gewissen damit klarkommen und das war bei mir in den vergangenen Jahren nicht mehr der Fall. Ich fragte mich oft: Will ich so weiterleben? Welche Werte und wie viel Nachhaltigkeit sehe ich in meinem Job? Dazu kommt die extreme Arbeitsbelastung mit einer 60  Stundenwoche und manchmal darüber. Ein weiterer Grund: Wenn Sie lange in der Beratung sind, sind Sie vom Geschehen beim Kunden weit weg, weil Sie faktisch nur noch mit Marketing und Vertrieb zu tun haben. Dadurch verliert man den Bezug zur Basis und zu dem, was einen eigentlich interessiert. Als ich das bemerkte, schaute ich nach neuen Aufgabenfeldern. So wurde ich auf die Stelle der Fachbereichsleitung IT & Digitalisierung in der Stadtverwaltung Ludwigsburg aufmerksam. Das interessierte mich und das erste Gespräch mit OB Matthias Knecht und den KollegInnen kam mir - wenn ich so sagen darf - so erdig, echt und ehrlich vor.

Sehen Sie Anknüpfungspunkte zwischen Stadtverwaltung und Unternehmen in der Stadt?
Absolut, es muss ein Miteinander sein! Wir können darüber nachdenken, wie man Genehmigungsprozesse der Verwaltung digital unterstützen kann. Oder zum Beispiel beim Thema Mobilitäts-Infrastrukturen gemeinsame Arbeitspakete mit Bauunternehmen schnüren. Bei der Energieversorgung und bei der Bildung sehe ich ebenfalls Anknüpfungspunkte, auch in vielen anderen Bereichen muss die Privatwirtschaft verwaltungsunterstützend miteinbezogen werden. Zudem geht es um die Stärkung des regionalen Verbundes. Dabei sehe ich meine Aufgabe als Vermittler mit Maß und Ziel. Ich denke auch über einen „digitalen Marktplatz“ nach, der den lokalen Einzelhandel stärken kann.
 

Wie sehen Sie das Innovationsnetzwerk der Stadt Ludwigsburg?
Ich finde es sehr gut, dass es ein Innovationsnetzwerk in der Stadtverwaltung gibt, in dem Bedarfe benannt, Ideen gesammelt werden und gemeinsam überlegt wird, was mit geeigneten Partnern zum Wohle der Menschen in der Stadt umgesetzt werden kann. Genau darum geht’s auch im neuen Fachbereich IT & Digitalisierung.

Werden Sie sich mit Ihrem Fachbereich im Innovationsnetzwerk der Stadt einbringen und wie?
Natürlich, die digitale Unterstützung von Ideen – innerhalb der Verwaltung und bei Projekten mit externen Teilnehmern – ist ja die Hauptinnovation. Ich möchte einen Ideenpool einrichten, Nutzen für Bürger, Verwaltung und ansässige Unternehmen herausfiltern und mit meinem Ressort unterstützend dazu beitragen, Wege schneller zu machen.

Mit der Digitalisierung im Alltag und bei der Arbeit haben doch noch einige Menschen Ängste. Wie gehen Sie damit um?
Ich möchte auf keinen Fall Ängste schüren, alle Menschen in der Verwaltung haben ihre Berechtigung auf ihrer Position. Ich glaube, dass die Digitalisierung sowohl Gutes wie Schlechtes bringen kann. Ich bin absolut dagegen, Digitalisierung um jeden Preis voranzutreiben. Ich glaube, da muss man sehr, sehr vorsichtig sein, damit Menschen nicht die Kontrolle über das Geschehen verlieren oder ganz abgeschafft werden. Das darf auf keinen Fall passieren. Da haben wir als Stadtverwaltung auch eine Verantwortung dem Bürger gegenüber. Für mich ist Digitalisierung dann sinnvoll, wenn sie Prozesse ordentlich unterstützt und versucht, die Prozessqualität angemessen zu verbessern, ohne dass die Verwaltung sehr viel schlanker werden muss.

Wo setzen Sie an, langfristig mit Hilfe der Digitalisierung voranzukommen?
Wir werden anhand einzelner Prozesse – zum Beispiel bei nachhaltiger Mobilität - sehen, wo wir Digitalisierung sinnvoll und unterstützend einsetzen, wo wir in drei bis fünf Jahren sein möchten und wie schnell wir einzelne Bausteine umsetzen können. In kleinen, aber spürbaren Schritten. Zuerst einmal muss mir klar werden, wie die Verwaltung im Kleinen funktioniert, und wo die „Baustellen“ sind: Wo ist Bedarf, den man angehen muss? Mit welchen Partnern? Später können wir über den Tellerrand schauen und von anderen Beispielen lernen. Bei allem müssen wir die Menschen mitnehmen - die Verwaltung ist ja nicht um ihrer selbst willen da, sondern, um das gesellschaftliche Leben gut zu gestalten. Das ist nur dann hilfreich, wenn die Angebote von den Bürgern angenommen werden. Ich bin Fan einer Verwaltung mit korruptionsfreien Prozessen, das ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Auch dabei kann Digitalisierung helfen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben in eine Glaskugel zu schauen, um zu sehen, wie die Verwaltung in 10 Jahren aussieht, wie würde Ihre Verwaltung aussehen?
Meine Wunschverwaltung sieht so aus, dass Services und Dienstleistungen, die der Bürger in Anspruch nehmen kann, möglichst online funktionieren und dass Genehmigungsprozesse so schnell wie möglich abgewickelt werden. Damit meine ich Tage, nicht Wochen. Zum Beispiel Baugenehmigungen oder ganz schnöde Dinge, wie Strafzettel - da ist in den vergangenen zehn Jahren einiges passiert, aber die Standards können verbessert und für den Bürger einfacher werden. Das wäre die Grundanforderung. Außerdem arbeiten in meiner Wunschverwaltung interdisziplinäre Teams, das heißt, dass man die KollegInnen aller beteiligten Ressorts an einen Tisch bekommt und in agilen Teams Ideen entwickelt und umgesetzt werden können. Zu guter Letzt verfolgt meine Wunschverwaltung nachhaltige Ziele: Sie hat selbst eine perfekte CO2-Bilanz, arbeitet so papierlos und reibungsfrei wie möglich und unterstützt weitere Nachhaltigkeitsthemen wie Mobilität und Stadtverkehr. Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben und auf Ludwigsburg!
 
(Das Gespräch führte Jolanta Gatzanis, Koordinatorin des Innovationsnetzwerks, im Juni 2021.)

Start-Up Prokando GmbH ist neuer Innovationsnetzwerkpartner

Gruppenbild Prokando

Branchenübergreifend arbeitet Prokando für und mit Kunden aus der privaten Wirtschaft (vom DAX-Konzern bis zum KMU) und im öffentlichen Sektor auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Der Fokus richtet sich insbesondere auf die Themen IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz. 

Derzeit arbeitet das Team an einer auf KI basierenden Lösung zur hochgenauen, ultraschnellen und automatisierten Ganzkörper- MRT- Bildanalyse. Die Lösung zieht MRT-Scans heran, um daraus in Minutenschnelle ein 3D-Modell der gescannten Person zu erstellen. Durch maschinelles Lernen erkennt die Software unterschiedliche Muskelgruppen, kann deren jeweilige Volumina berechnen und zudem den Anteil der intramuskulären Fette ermitteln und darstellen. Zielmarkt für das erste Release ist die Sportindustrie. Hier soll die neu gewonnene Transparenz für ein maßgeschneidertes und individuelles Training, das die Leistungsfähigkeit verbessert und die Verletzungsanfälligkeit reduziert, genutzt werden. Das Projekt wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau für die Förderung im Rahmen des "KI-Innovationswettbewerbs Baden-Württemberg 2020" ausgewählt und befindet sich in einer entscheidenden Phase der Produktentwicklung.

Wer weitere Informationen will, findet Kontaktdaten unter www.prokando.com

Innovationsnetzwerktreffen zum Thema "Virtual Reality"

Eindrücke von den Präsentationen unserer Vortragsredner beim Innovationsnetzwerktreffen zum Thema "Virtual Reality". Von links oben nach rechts unten: OB Dr. Matthias Knecht, Dr. Oliver Kelkar (MHP), Teilnehmerinnen mit Jolanta Gatzanis, Martin Zimmermann zu Cyberclassrooms, Sven Meyer mit der Vorstellung von YOULLBE, Christian Klötzel (MHP) und Michael Grethler vom KIT.

Ludwigsburger Schlossfestspiele als Festival der Künste, Demokratie und Nachhaltigkeit

Die Ludwigsburger Schlossfestspiele wurden 2020 zum Festival der Künste, Demokratie und Nachhaltigkeit. Dabei orientieren sie sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN. Sie sagen: "Wenn wir uns als Festival auf diesen Weg in die Zukunft machen, ist klar: Alleine ist das kaum zu schaffen, sondern nur gemeinsam mit Menschen, die sich für diese Ziele einsetzen und uns mit ihrer Erfahrung und ihren Ideen begleiten. Auf unserem Blog porträtieren wir deshalb  17 Menschen in 17 Videos, die sich in ihrem Alltag für die Nachhaltigkeitsziele engagieren." Zum Ziel 9: Widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen, wurde Jolanta Gatzanis vom Innovationsnetzwerk befragt. Zum Video geht's hier

Innonetzwerk-Treffen zum bundesweiten Digitaltag - nachgefragt!

Das Innonetzwerk-Treffen war zum bundesweiten Digitaltag am 19. Juni 2020 geplant. In Corona-Zeiten werden wir leider bis auf weiteres auf eine Live-Begegnung in größerer Runde verzichten. Uns interessiert jedoch sehr, wie es unseren Netzwerkpartnern derzeit geht, beruflich wie privat – deshalb haben wir nachgefragt.

Morgenstadt Werkstatt 2020

Auf der Morgenstadt Werkstatt 2020, einer Veranstaltung des Fraunhofer IAO und der Digitalakademie@bw, stellten Partner aus dem Innovationsnetzwerk der Stadt Ludwigsburg ihre digitalen und nützlichen Lösungen für die Kommune vor. Groß war das Interesse bei Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, der sich viel Zeit nahm bei der Vorstellung von Innovationsprojekten. 

Vorstellung Straßenumfrage zur Digitalisierung auf der Zukunftskonferenz

Zusammen mit dem Jugendgemeinderat und radio Energy gibt das Innovationsnetzwerk Living LaB der Stadt Ludwigsburg ein Stimmungsbild mit einer Straßenumfrage, die zeigt, wie die Menschen in Ludwigsburg die Digitalisierung erleben. Hier geht's zum Video. 

Besuch einer chinesischen Delegation aus Beijing

Besuch einer chinesischen Delegation aus Beijing zum Austausch mit unserem Innovationsnetzwerk Living LaB zu Stadtmodernisierung mithilfe von digitalen Technologien, Strategien und Prozessen mit den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung.  

Bericht Innovationsnetzwerk 2015 bis 2019

Mit der Publikation "Bericht Innovationsnetzwerk  2015 bis 2019" möchten wir einen umfassenden Einblick in die Entstehung, die Ausgestaltung und die Fortführung des Innovationsnetzwerks Living Lab Ludwigsburg geben. Wir wünschen gute Erkenntnisse auf Ihrer Entdeckungsreise durch das Ludwigsburger "Reallabor".

Innovationsnetzwerk auf der SmartSuisse in Basel 

Ludwigsburg zeigte Präsenz auf der SmartSuisse in Basel am Stand "Baden-Württemberg international" mit Vertretern aus der Stadtverwaltung, Nahum Ghebremeskel und Oliver Altmann. 

Ludwigsburger Stadtlabor macht Digitalisierung im Stadtraum erlebbar

Im Kontext der Digitalisierung haben sich 17 Teilnehmerinnen kreativ und innovativ mit Stadtgestaltung auseinandergesetzt

Um die Digitalisierung im Stadtraum erlebbar zu machen, öffneten sich am 10. Juli 2017 die Tore des Ludwigsburger Stadtlabors.

Stadtverwaltung nutzt Chancen der Digitalisierung

Wie werden wir in Zukunft in Ludwigsburg wohnen und mobil sein? Wie decken wir unseren Energiebedarf und wer investiert zukünftig in unsere Stadt? Die Stadtverwaltung Ludwigsburgs stellt sich diesen Fragen und nutzt die Chancen der Digitalisierung.

Informationstour „Digitale Zukunftskommune“ startet in Ludwigsburg

Der Startschuss zur Informationstour „Digitale Zukunftskommune Baden-Württemberg“ mit Minister Thomas Strobl fiel in Ludwigsburg. Dabei ging es auch um die Vernetzung der digitalen Infrastruktur vor Ort.